Die Flüge sind gebucht, die Vorfreude ist groß, aber ein Gedanke trübt die Urlaubsstimmung noch: Wer passt in der Zeit auf die eigenen vier Wände auf, sorgt dafür, dass der Briefkasten nicht überquillt und die Pflanzen regelmäßig gegossen werden? Um sein Zuhause in Abwesenheit gut versorgt zu wissen und dafür nicht die Nachbarn, Verwandte oder Freunde einspannen zu müssen, kann man einen professionellen Haushüter engagieren.

Haushüter: Eine amerikanische Idee

Die Idee der Bewohner auf Zeit wurde Mitte der 1980er-Jahre in Amerika und England als „Homesitting“ geboren. Mittlerweile ist sie in ganz Europa verbreitet. Die professionellen Aufpasser bewohnen tage- oder auch gleich wochenweise Haus oder Wohnung und kümmern sich um alles Wesentliche. Neben der Pflege von Pflanzen und Haustieren widmen sie sich auf Wunsch auch der Gartenarbeit, nehmen Telefongespräche entgegen oder schicken Briefe oder Faxe in den Urlaub hinterher. Sogar daheimgebliebene Kinder oder Großeltern können versorgt werden.

Der wirksamste Schutz gegen Einbrecher

Bestens geeignet sind die Profi-Haushüter, deren Einsatz etwa 60 Euro am Tag kostet, nicht zuletzt als wirksamer Schutz gegen Einbrecher: Nach Angaben des Verbandes der Deutschen Haushüter-Agenturen (VDHA) kam es bei bislang über 350.000 Einsatztagen noch zu keinem einzigen Einbruch in eines der behüteten Objekte.

„Wir bewohnen das Haus genauso, als wären die Besitzer selbst zu Hause“, sagt Kay Scepanik, Vorstandsmitglied des VDHA. Rollläden oder Jalousien werden rauf- und runtergefahren, das Licht ein- und ausgeschaltet und der Briefkasten täglich geleert, sodass Einbrecher gar nicht erst auf die Idee kommen, dass die Besitzer gerade im Urlaub sind. Das Motto des Verbandes, in dem sich Haushüter-Agenturen bundesweit zusammengeschlossen haben, lautet folglich auch ganz einfach „Bewachen durch Bewohnen“.

Ein Nebenverdient für Rentner

Vor allem rüstige und lebenserfahrene Rentner, die ein tadelloses polizeiliches Führungszeugnis vorlegen können, betätigen sich als professionelle Haushüter. Falls Sie selbst mit dem Job liebäugeln: Tierlieb sollten Sie als Bewohner auf Zeit auch sein – und die Arbeit nicht des Geldes wegen tun müssen. Denn reich werden kann man damit nicht: 13 bis 15 Euro pro Tag zahlen die Agenturen für das Fremdwohnen. Bundesweit sind mehr als 1.000 Haushüter für den VDHA tätig.

Vor dem Einzug lernen sich professioneller Gast und Besitzer persönlich kennen und besprechen detailliert, welche Aufgaben erledigt werden sollen. Diese werden meist in einer Checkliste festgehalten, die auch alle wichtigen Telefonnummern enthält. Während ihrer Einsätze dürfen die Haushüter dann das zu bewachende Objekt üblicherweise nur drei Stunden am Tag und eine Stunde in der Nacht verlassen, etwa um Einkäufe zu erledigen oder den Hund auszuführen. Weitere Infos unter www.haushüter.org.