Es ist die derzeit wohl beliebteste Altersvorsorge in Deutschland: Das eigene Zuhause. Dies hat der Staat erkannt und fördert deshalb, über das als Wohn-Riester bekannte Förderungsprogramm, den Erwerb von Wohneigentum.

Wer sein Eigenheim mittels spezieller Riester-Bausparverträge finanziert, dem winken Zulagen und steuerliche Vorteile. Mit dem sogenannten Wohn-Riester profitiert man von der staatlichen Förderung, sorgt – als Ergänzung zur gesetzlichen Rente – für die eigene Zukunft vor und erfüllt sich zugleich den Traum eines eigenen Zuhauses. Gegenwärtig profitiert man zusätzlich von den aktuell niedrigen Darlehenszinsen. Das überzeugt auch die Zeitschrift „Finanztest“. In der Ausgabe vom Dezember 2015 schreibt sie: „Wenn Sie in einigen Jahren ein Eigenheim planen und sich gegen steigende Zinsen absichern wollen, ist ein Riester-Bausparvertrag erste Wahl“.

Sie spielen auch mit dem Gedanken ein Eigenheim zu finanzieren und würden gerne mehr über Wohn-Riester wissen? Wir verschaffen Ihnen einen ersten Überblick und beantworten an dieser Stelle die wichtigsten Fragen:

Was ist das Besondere an einem Riester-Bausparvertrag?

Das ausschlaggebende Argument für einen Riester-Bausparvertrag ist das Extra-Geld vom Staat. Bereits in der Ansparphase fließen die Zulagen in die Sparrate. Nach Zuteilung des Vertrages und Abrufung des Darlehens gibt es auch Unterstützung bei der Tilgung. Die Konditionen gleichen in etwa denen „klassischer“ Bausparverträge. Allerdings wird die Abschlussgebühr nicht sofort, sondern über fünf Jahre verteilt fällig. Zudem gibt es die Option das Ansparen jederzeit zu unterbrechen oder die Sparrate bis zum geförderten Höchstbetrag von 2.100 Euro pro Jahr zu erhöhen.

Für wen eignet sich ein Riester-Bausparvertrag?

Der Riester-Bausparvertrag eignet sich für alle Förderberechtigten, die ein Eigenheim kaufen oder bauen möchten, oder ihre Immobilie altersgerecht umbauen wollen. Selbst bestehende Immobilienkredite lassen sich durch einen Riester-Vertrag ablösen. Die Fördermittel sind an die Verwendung zur Altersvorsorge gekoppelt.

Wer kann die Förderung in Anspruch nehmen?

Im Grunde genommen können alle Arbeitnehmer und Beamte einen Riester-Bausparvertrag abschließen. Auch Selbständige, sofern die rentenversicherungspflichtig sind, Bürger und Bürgerinnen im Bundesfreiwilligendienst, Empfänger von Arbeitslosengeld sowie die Ehepartner von Förderungsberechtigten können Wohn-Riester in Anspruch nehmen.

Wie hoch fällt die Förderung aus?

Die Riester-Sparer bekommen vom Staat eine Grundzulage von bis zu 154 Euro pro Jahr.

Für jedes vor 2008 geborene Kind gibt es zusätzlich maximal 185 Euro, für jedes später geborene bis zu 300 Euro. Im Falle einer Familie mit zwei Kindern können also in 20 Jahren fast 16.000 Euro Fördergeld bezogen werden. Je früher man mit dem „Riestern“ beginnt, desto besser: Für Sparer unter 25 Jahren gibt es bei Abschluss eines Riester-Vertrags einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 200 Euro.

Welche Voraussetzungen muss man für den Höchstfördersatz erfüllen?

Wer die Förderung voll ausschöpfen will, muss inklusive Zulagen vier Prozent des rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens eingezahlt haben. Am besten ist ein Betrag von bis zu 2.100 Euro pro Jahr. Bis zu dieser Grenze ist es möglich, Einzahlungen und Tilgungen als Sonderausgaben von der Steuer abzusetzen.

Reicht ein Vertrag aus, um eine Immobilie zu finanzieren?

Sollte es sich nicht um eine äußerst günstige Immobilie handeln, reicht der Riester-Bausparvertrag für die Finanzierung des kompletten Eigenheims allein nicht aus – es sei denn es steht sehr viel Eigenkapital zur Verfügung. Er ist aber ein wichtiger Baustein im Finanzierungsmix.

Wird der Vertrag in irgendeiner Form besteuert?

Wie auch die Riester-Geldrente im Rentenalter, wird der Riester-Bausparvertrag besteuert. Grundlage für die Ermittlung der Steuerlast ist das sogenannte Wohnförderkonto. Alle geförderten Beiträge und Tilgungen werden darauf erfasst und insgesamt mit jährlich zwei Prozent verzinst. Der daraus resultierende Kontostand wird im Rentenalter versteuert – in jährlichen Raten bis zum 85. Lebensjahr oder in Form einer Einmalzahlung. Letzteres hat den Vorteil, dass nur 70 Prozent des Förderkontos versteuert werden.

Was passiert, wenn ich mein gefördertes Eigenheim nicht mehr selbst nutze?

Wird das Haus oder die Wohnung eines Tages endgültig nicht mehr genutzt, muss das Wohnförderkonto sofort verteuert werden. In diesem Fall wird es dem Einkommen komplett zugerechnet und erhöht die Steuerlast im selben Jahr entsprechend.

Nicht vorzeitig versteuert wird das Wohnförderkonto, wenn das Haus oder die Wohnung veräußert und innerhalb von zwei Jahren vor bzw. fünf Jahre nach Verkauf der Betrag auf dem Wohnförderkonto in ein neues selbst genutztes Objekt investiert wird. Von der vorzeitigen Besteuerung verschon bleibt zudem jeder, der den Kontobetrag binnen eines Jahres auf einen Riester-Sparvertrag eingezahlt hat, oder beruflich bedingt umzieht und die geförderte Immobilie vorübergehend weitervermietet.

Allerdings muss die Immobilie ab dem 67. Lebensjahr wieder selbst genutzt werden.