Energetisch modernisieren
Wer seine Immobilie auf Energiesparen trimmt, spart auf die Dauer nicht nur Bares. Er verbessert auch die Bausubstanz und schützt die Umwelt. mehr
Die Wahl des Mauerwerks und der Dämmung beim Hausbau haben Auswirkungen auf den Wärmeschutz im Winter wie im Sommer. Welche Dämmeigenschaften die verschiedenen Baustoffe haben, erfahren Sie hier.
Grundsätzlich können Bauherren und Architekten aus vier industriell hergestellten Mauerwerkssteinen wählen, die in vielen Formaten und Varianten erhältlich sind: Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton und Leichtbeton. Standard im deutschen Wohnungsbau ist die 36,5 Zentimeter dicke Wand aus Wärmedämmziegeln. Immerhin jedes zweite Haus wird so gebaut.
Die gängigsten Mauersteine im Vergleich
Ziegel: Luftschlitze minimieren die Wärmeleitfähigkeit. Ziegelwände bieten einen guten Schall-, Brand- und Feuchteschutz, hohe Druckfestigkeit und Schutz vor Elektrosmog.
Kalksandstein: Kalksandsteine sind relativ schwer und bieten einen guten Schall- und Brandschutz. Zudem sind sie sehr druckfest. Der mangelnde Wärmeschutz lässt sich durch einen zweischaligen Wandaufbau ausgleichen.
Leichbeton: Mauersteine aus Leichtbeton verbinden die Festigkeit des Betons mit einem guten Wärmeschutz. Der Schallschutz gehört zu den besten aller einschaligen Wandbausteine.
Porenbeton: Das Leichtgewicht unter den Baustoffen hält besonders gut Energie im Haus. Es lässt sich zudem gut bearbeiten und ist deshalb für Selbstbauer geeignet. Nachteile: der geringe Schallschutz, muss vor Feuchtigkeit geschützt werden.
Wärmedurchgangs- koeffizient?
Der U-Wert bezeichnet den
Wärmeschutz eines kompletten Bauteils und gibt die Wärmemenge an, die
durch 1 m2 des Bauteils entweicht. Einheit: W/m2K.
Wärmeleitfähigkeit (Lambda)?
Die Kennzahl gibt Auskunft
darüber, wie gut ein Material Wärme leitet, unabhängig von seiner
Dicke. Je kleiner der Wert, desto besser die Dämmwirkung. Einheit: W/mK.
Je dicker eine Mauer, desto besser isoliert sie.
Theoretisch ließen sich mit jedem x-beliebigen Baustoff die Anforderungen an den Wärmeschutz der Energiesparverordnung (EnEV) erfüllen. Damit die Mauern aber nicht unverhältnismäßig dick ausfallen, sind gute Dämmstoffe, z.B. Glaswolle, unverzichtbar. Die meisten haben eine Wärmeleitfähigkeit von gerade mal 0,4 W/mK und „verdichten“ die Außenwand, ohne dabei viel Platz zu beanspruchen. Am günstigsten in der Anschaffung ist die einschalige Wandkonstruktion (U-Wert: ca. 0,6 bis 0,4 W/m2K). Mehrschalige Lösungen (U-Wert: ca. 0,2 W/ m2K) sind teurer, sparen aber auch mehr Heizenergie.
So werden Außenwände gedämmt
Einige monolithisch, d. h. einschalig aufgebaute Außenwände, z.B. aus Porenbeton, erreichen auch ohne zusätzliche Dämmung einen ausreichenden Wärmeschutz. Bei anderen einschaligen Außenwänden wird auf die Außenwand eine Dämmschicht aufgebracht. Bei einem zweischaligen Aufbau, auch Kerndämmung genannt, ist der Wärmeschutz zwischen Vor- und Hintermauerwerk eingebracht. Beide Lösungen erfüllen prinzipiell ihren Zweck. Wer aber hinter möglichst schlanken Mauern möglichst wenig Energie verbrauchen möchte, für den empfiehlt sich eine mehrschalige Konstruktion der äußeren vier Wände seines künftigen Traumhauses.