Verschiedene Dachdeckungen
Ton? Schiefer? Reet? Die Wahl des Materials ist nicht nur eine Frage des Geschmacks. Aber in jedem Fall eine Entscheidung, die wohlüberlegt sein will. Schließlich hält ein professionell gepflegtes Dach bis zu 100 Jahre.
Ein Dach auf Sylt sieht anders aus als eines in Oberbayern. Aber warum ist das so? Nicht etwa, wie man vermuten könnte, weil die klimatischen Bedingungen am Meer und in Alpennähe unterschiedlich sind, sondern weil die natürlichen Materialien vor Ort verfügbar sind. In diesem Fall Reet – also Schilfrohr – beziehungsweise Holz. Heutzutage ist zum Glück kein Bauherr mehr darauf angewiesen, sein Haus mit dem zu bedachen, was sich gerade vor der Tür findet. „Grundsätzlich sind alle in Deutschland verwendeten Dachmaterialien uneingeschränkt zu empfehlen“, erklärt Ulf-Peter Schröder, Obermeister der Dachdeckerinnung Hamburg. „Die Wahl des richtigen Materials ist immer abhängig von der Dachform.“
Tondachziegel
Tondachziegel eignen sich (mal abgesehen vom Flach- oder Tonnendach) für alle gängigen Dachformen mit einer Neigung von mindestes 22 Grad, denn erst dann kann der Regen zuverlässig abfließen. Umwelteinflüsse machen dem Material nichts aus. Glasierte und engobierte, d.h. mit Tonschlick gebrannte Dachziegel schützen die Oberfläche zuverlässig vor saurem Regen und UV-Strahlung. Die Farbpalette reicht von traditionellem Ziegelrot, über dunkles Waldgrün bis hin zu glasiertem Blau – mehr als 100 Ziegelmodelle sind derzeit erhältlich.
Schiefer
Aufwendig gestaltete Dachlandschaften lassen sich am besten mit Schiefer realisieren. Hier gilt: Je größer die fünf Millimeter dicken Platten sind, desto flacher kann der Neigungswinkel sein.
Betondachsteine
Betondachsteine sind günstig (ab 20 Euro pro Quadratmeter) und daher sehr beliebt.
Metall
Metalldeckungen, etwa aus Zink oder Kupfer, haben ihren Preis (bis zu 150 Euro pro Quadratmeter). Das flexibel formbare Material ist ideal für Tonnendächer, kann aber auch gut für sehr flach geneigte Dächer eingesetzt werden (Mindestneigung 3 Grad).
Reet
Reetdächer aus Schilfrohr haben fast nur noch als „Lokalkolorit“ Bedeutung. Vor allem denkmalgeschützte Gebäude mit traditionellen Dachformen wie dem Satteldach sind oft mit Reet gedeckt.
Bauvorschriften beachten
Achtung: Nicht jedes Dachmaterial, das gefällt, ist auch erlaubt. „Im Bebauungsplan sind Dachform und -neigung klar festgelegt“, sagt Experte Ulf-Peter Schröder. In den meisten Neubaugebieten sei heute zwar grundsätzlich fast alles erlaubt, doch gebe es für Bauherren mit Sonderwünschen meist einige Widerstände zu überwinden. „Die wenigsten Bauämter akzeptieren ohne Prüfung blaue oder grüne Dacheindeckungen.“ Daher sollte man möglichst mit einem Originalmuster in der Hand das persönliche Gespräch mit dem Sachbearbeiter suchen – oder besser schon im Vorfeld schauen, wie der Nachbar baut. Schröder: „Meiner Erfahrung nach wurde farbigen Dachmaterialien in nahezu allen Fällen zugestimmt.“
Dächer mal anders
Einen besonderen Service bieten die Dachexperten von Braas an: Per Mausklick lässt sich an einem Modellhaus die Wirkung unterschiedlicher Dachformen, -farben und –oberflächen ausprobieren (www.braas.de).