Geburtstagsessen, Sonntagsbrunch oder Hochzeitstafel – ein gedeckter Tisch ist perfekt, wenn er dem Anlass entspricht, sich harmonisch einfügt und einigen grundsätzlichen Stil-Regeln folgt.

Die gedeckte Tafel ist praktisch die Visitenkarte des Gastgebers. Ob festlich, gemütlich oder schlicht – ein paar Grundregeln gelten für alle Gelegenheiten. Ganz wichtig: Damit alle bequem schlemmen können, sollten Sie pro Gast 60-80 Zentimeter “Gedeckfläche” einplanen.

Platzteller

Der Platzteller, auf dem Vorspeisen- und Suppenteller angeordnet werden, markiert den Mittelpunkt des jeweiligen Gast-Platzes. Er sollte als erstes eingedeckt werden, und zwar eine Fingerbreite vom Tischrand entfernt. Auf einer Kaffeetafel steht der Kuchenteller in der Gedeckmitte.

Besteck für Haupt- und Vorspeise

Bei mehreren Gängen ist das Besteck stets von außen nach innen angeordnet. Legen Sie zunächst das Hauptgangmesser eine Fingerbreite vom Tischrand entfernt rechts neben den Teller. Die Schneide sollte nach links zeigen. Das Vorspeisenmesser gehört, mit kleinem Abstand, rechts daneben – entweder ebenfalls eine Fingerbreite vom Tischrand entfernt oder so, dass die Stege beider Klingen auf einer Höhe liegen.

Die Hauptganggabel liegt links vom Teller. An ihre linke Seite gehört, mit kleinem Abstand, die Vorspeisengabel, deren Zinken zur Hälfte über das obere Ende der Hauptganggabel hinausragen sollten. Spezialbesteck wie Hummerzange oder Austerngabel wird erst bei Bedarf nachgedeckt.

Besteck für Dessert und Kuchen

Löffel und Gabeln für das Dessert gehören über den Teller und werden idealerweise erst später nachgelegt. Der Kaffeelöffel ist auf der Untertasse oberhalb der Tasse richtig platziert, der Griff zeigt dabei nach rechts unten. Die Kuchengabel liegt entweder rechts neben dem Teller oder waagerecht oberhalb des Tellerrandes.

Teller und Tassen

Salatteller stehen links oberhalb des Platztellers, Brotteller links zur Gabel, zwei bis drei Finger von der Tischkante entfernt.

Tassen und Untertassen sind rechts oberhalb des Platz- bzw Kuchentellers korrekt untergebracht, wobei die Henkel nach rechts zeigen sollten.

Gläser

Das Weißweinglas gilt als sogenanntes Richtglas: Es  wird als erstes eingedeckt, etwa zwei bis drei Fingerbreiten über dem Vorspeisenmesser. Darunter steht im 45-Grad-Winkel das kleinere Wasserglas. Das Rotweinglas sollte im 45-Grad-Winkel oberhalb des Richtglases zu stehen kommen.

Tischdekoration

Weniger Tischschmuck ist meist mehr, denn die Gäste sollen sich frei bewegen können. Stimmen Sie alle Zier-Elemente farblich aufeinander ab, sonst wirkt das Ganze zu schrill und lenkt vom Essen ab. An einer festlichen Tafel sollten Sie unbedingt auf bunte Papierservietten verzichten und stattdessen Stofftücher aufdecken – am besten stilvoll gefaltet.

Vorsicht beim Licht! Eine einzelne Kerze kommt oft besser zur Geltung als viele kleine. Ähnliches gilt für Blumen und Pflanzen. Wählen Sie stets der Jahreszeit entsprechende Arrangements, also zum Beispiel Tulpen im Frühling und Tannenzweige im Winter. Saisonale Früchte wie Nüsse an Weihnachten oder Äpfel im Herbst geben der Tischdeko den letzten Schliff.

Übrigens: Salz und Pfeffer gehören nicht auf den Tisch, sie werden nur auf Wunsch nachgereicht. Ihre Gäste dürfen schließlich davon ausgehen, dass Sie Ihnen ein gut gewürztes Essen servieren.