Die moderne Wohnküche ist Dreh- und Angelpunkt wohnlicher Wohlfühl-Atmosphäre. Im großzügiges Zentrum des Hauses trifft sich die Familie, um miteinander zu kochen, zu essen, zu feiern.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein war die große Wohnküche oft der einzig beheizte Raum des Hauses, in dem sich das gesamte Familienleben abspielte. Mit der sogenannten Frankfurter Küche entwarf die Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky 1926 dann den Urtyp der modernen Einbauküche, kompakt und praktisch zur Optimierung der Arbeitsabläufe konzipiert. Diese lange Zeit geliebte Ideallösung mit perfekt geplanter Küchenzeile aber ist längst nicht mehr das Optimum – gefragt sind heute vielseitige Wohnküchen mit mehr Raum und Komfort.

Platz schaffen

Der Trend ist auch an den Grundrissen moderner Immobilien klar erkennbar: So hat sich die durchschnittliche Größe der Küche von 8 auf 15 Quadratmeter fast verdoppelt – oft sogar zu Lasten der Größe des Wohnzimmers. Fertighaus-Hersteller sehen die Wohnküche bereits als Standard vor. Und selbst in Altbauten wird Platz geschaffen, in dem einfach Wände versetzt werden.

Um aus der Küche eine Wohnküche zu machen, gibt es im Prinzip zwei Wege. Entweder bleibt die Küche ein eigener, abgeschlossener Raum, mit genügend Platz für einen großen Esstisch. Oder sie öffnet sich fließend zum Wohnbereich, wobei der Essplatz sozusagen die „Mixed­Zone“ bildet. Besonders für diese offene Variante bieten sich „Insellösungen“ an, freistehende Bereiche zum Vorbereiten, Kochen und Spülen, die von drei oder sogar vier Seiten bedient werden können.

Rundum richtig ausgestattet

Die Wohlfühl-Atmosphäre darf natürlich nicht durch scheppernde Schubladen oder lästige Kochgerüche beeinträchtigt werden. Dafür bietet der Markt lärmdämpfende Schranksysteme, lautlose Spülmaschinen

sowie Dunstabzugshauben, die sowohl wirkungsvoll als auch leise arbeiten.

Tipp: Bei einer Raumhöhe von 2,5 Metern und einer Grundfläche von 24 Quadratmetern lässt eine Abluftleistung ab 900 m3/h Gerüche und Fettpartikel zuverlässig verschwinden. Modelle ohne Abluftschächte arbeiten mit einem sogenannten Plasma-Norm-Umluftfilter, der die angesaugten Kochdünste gereinigt und geruchsfrei wieder in den Raum abgibt. So können sie überall im Raum angebracht werden.

Fast alle Küchenhersteller produzieren heute nach ergonomischen Gesichtspunkten: Höhenverstellbare Arbeitsflächen sowie in Länge, Höhe und Breite verstellbare Tische schonen Rücken und Nerven. Die Spüle, an der 60 Prozent der Küchentätigkeiten stattfinden, ist oft mit umschaltbarer Brause und verschiebbaren Schneidebrettern ausgestattet. Der Esstisch, zugleich auch Arbeits- und Spielplatz, ist idealerweise ausziehbar. Dies gilt es auch bei der Lampenplanung zu berücksichtigen: Alle Größen müssen wirkungsvoll beleuchtet und dürfen nicht durch im Weg hängende Leuchten gestört werden. Wer sich für eine Kochinsel entscheidet, sollte außerdem rechtzeitig Anschlüsse für Wasser, Strom und Gas planen.

Moderne Materialien für die Wohnküche

Dem Trend entsprechend werden Küchenmöbel nicht mehr nur für die Küche entworfen, sie passen auch wunderbar ins Wohnzimmer. Die Materialien der Küchenfronten haben sich gewandelt, einfache beschichtete Spanplatten mit Aluminiumgriffen sind passé. Jetzt werden Hochglanz-Lacke mit Edelhölzern wie Indo-Apfel, Kirschbaum, Schweizer Birnbaum oder Walnuss kombiniert. Für Arbeitsplatten verwendet man Nobles wie Granit, polierten Beton, Schiefer, Edelstahl, Glas oder Kunststein. Und nicht zuletzt ist auch für Unterhaltung gesorgt – mit kleinen, in die Kücheneinrichtung integrierten, natürlich farblich abgestimmten Multimediabereichen.