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Der größte Anteil der Fertighäuser wird aus Holz gebaut. Bei sachgemäßer Verarbeitung und Pflege steht Holz in punkto Haltbarkeit anderen Baustoffen wie Ziegeln oder Beton in nichts nach.
Der Marktanteil der Holzfertigbauweise an den Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser wächst seit etwa fünf Jahren stetig und liegt aktuell bei zirka 15 Prozent. Rund 84 Prozent aller in Deutschland gebauten Holzhäuser sind Fertighäuser. Sie werden in der Holztafel- und Holzrahmenbauweise aus industriell vorgefertigten Bauteilen errichtet. Bei beiden Verfahren wird ein flächiges Holztragegerüst in einer Werkhalle beidseitig mit Holzwerkstoffplatten beplankt. Die Rahmen- und Tafelbauten unterscheiden sich nur im Grad der Vorfertigung: Im Rahmenbau wird der vorgefertigte Holzrahmen, anders als beim Tafelbau, erst auf der Baustelle mit der Bodenplatte oder der Kellerdecke verbunden.
Ein Grund für die zunehmende Beliebtheit von Holzfertighäusern ist die effektive Wärmedämmung bei geringer Wandstärke, ein anderer das gute Wohnraumklima in Holzhäusern. Ein Argument gegen den Bau eines Holzhauses ist für viele die Angst vor mangelnder Haltbarkeit. Zu unrecht.
Dass auch Holzhäuser eine lange Lebensdauer haben, zeigt sich zum Beispiel an historischen Fachwerkhäusern. Die ältesten bewohnten Fachwerkhäuser Deutschlands wurden vor fast 750 Jahren erbaut. Für moderne Holzbauwerke mit ihrem hohen Entwicklungsstand der Werkstoffe, der Konstruktion und der Bauphysik kann man nach Angaben des Informationsdienstes Holz von einer Lebensdauer ausgehen, die hinter der von Gebäuden in konventioneller Bauweise nicht zurücksteht. Wirtschaftlich und gemäß den Ansprüchen der Bewohner nutzbar ist ein Holzhaus heutiger Generation danach 80 bis 100 Jahre. Das ist derselbe Wert wie der für Häuser in konventioneller Bauweise. Natürlich können Häuser jeder Bauart, also auch Holzhäuser, deutlich älter als 100 Jahre werden, wenn sie je nach Nutzungsanforderung und technischer Entwicklung modernisiert werden. Das ist bei Holzhäusern mit ihrer flexiblen Bauweise relativ leicht möglich.
Konstruktiver Holzschutz statt Chemie
Der Aufwand für Wartung und Unterhalt ist bei Holzhäusern nicht höher als bei konventionell gebauten Häusern. Selbst Holzfassaden, ob mit oder ohne Anstrich, kommen mit normaler Aufmerksamkeit und Pflege aus. Zur langen Lebensdauer von Holz kann – statt chemischer Mittel – ein »konstruktiver« Holzschutz beitragen. Dazu zählen ausreichend große Dachüberstände, die das Herabfließen von Regenwasser an der Fassade vermeiden. Alle Flächen eines Holzhauses sollten so geplant sein, dass Wasser schnell abfließen und das Holz gut abtrocknen kann. Ein mindestens 30 Zentimeter hoher Sockel vermeidet Spritzwassernässe und Staunässe durch Erdkontakt.