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Grundstückskauf

Wie finde ich ein Grundstück für mein Haus?

Baugrundstück für ein Haus
Die Auswahl des Bauplatzes fürs zukünftige Domizil will wohl überlegt sein. Fehler beim Grundstückskauf lassen sich kaum rückgängig machen. Foto: Fotolia

Wer ein Haus bauen will, braucht einen passende Bauplatz. Dessen Auswahl ist mindestens so wichtig, wie die des Haustyps, der darauf gebaut werden soll. In 4 Schritten zum perfekten Bauland:

1. Die perfekte Lage

Vor der Suche nach geeignetem Bauland muss man sich darüber im Klaren sein, wo man womöglich den Rest seines Lebens verbringen will. Entscheidende persönliche Faktoren sind zum Beispiel die Entfern- ung zum Arbeitsplatz, die Erreichbarkeit von Schulen und Ärzten sowie Einkaufs- und Freizeitmöglichkei- ten. Machen Sie sich am besten eine Checkliste mit den Faktoren, die für Sie am wichtigsten sind.

2. Die finanzielle Planung

Informationen zu den ortsüblichen Quadratmeterpreisen findet man in den Bodenrichtwertkarten, die in jeder Gemeinde geführt werden. Der Quadratmeterpreis für Bauplätze auf dem Land ist meist niedriger als der für gute Lagen in der Stadt. Der Preisvorteil wird aber unter Umständen langfristig von Kosten für ein zweites Auto oder Fahrkarten wieder aufgezehrt. Wichtig für die Finanzierungsplanung ist, ob ein Grundstück bereits als Bauland erschlossen und eingemessen ist. Die Neuverlegung der Hausanschlüsse kann massiv ins Geld gehen: Die Kommunen dürfen bis zu 90 Prozent der Kosten dafür auf den Bauherrn umlegen. Zum Grundstückspreis kommen auf jeden Fall Grunderwerbssteuer in Höhe von 3,5 Prozent des Kaufpreises und 1,5 Prozent Notarkosten.

3. Die formelle Prüfung

Haben Sie ein Grundstück ins Auge gefasst, beginnt die eigentliche Prüfung, für die Sie sich viel Zeit nehmen sollten. Zunächst gilt es, formell zu klären, ob der Bauplatz für Ihre Zwecke geeignet ist.

  • Der Blick ins Grundbuch (Amtsgericht) gibt Aufschluss über jetzige und frühere Besitzer und Nutzungen sowie eventuelle Vorkaufsrechte. Verzeichnet ist, ob das Grundstück mit einer Hypothek belastet ist und ob eine „Baulast“ besteht, zum Beispiel ein Wegerecht für die Nachbarn. Das Grundbuch hilft auch einzuschätzen, ob der Boden möglicherweise mit Schadstoffen belastet ist, etwa wenn das Grundstück zuvor für eine Tankstelle genutzt wurde. Im Zweifelsfall gibt ein Bodengutachten bzw. eine Baugrunduntersuchung (ab ca. 500 Euro) genauen Aufschluss. Letzteres empfiehlt sich auch bei Zweifeln an der Tragfähigkeit des Baugrunds.
  • Im Bebauungsplan, kurz B-Plan, (Bauordnungsamt, Stadtplanungsamt, Gemeindeverwaltung) ist z. B. festgelegt, wo auf dem Grundstück das Haus stehen, wie viele Geschosse und welche maximale Firsthöhe es haben darf.
  • Liegt das Grundstück nicht in einem extra ausgewiesenen Baugebiet, sollte man auf jeden Fall bei der Baubehörde eine Bauvoranfrage stellen, um zu klären, ob und in welchem Maße es überhaupt bebaut werden darf.
  • Besorgen Sie sich Kopien aller verfügbaren Unterlagen und nehmen Sie das Grundstück mit einem Experten, etwa dem Architekten oder einem Vertreter des Fertighausherstellers, vor Ort unter die Lupe.

4. Die persönliche Prüfung

Verbringen Sie vor der Kaufentscheidung möglichst viel Zeit auf Ihrem Bauland in spé. Vielleicht dürfen Sie ja sogar ein paar Tage darauf zelten. Denn: Ein Waldgrundstück ist bei Sonne herrlich, bei Regen vielleicht viel zu dunkel. In einem anscheinend ruhigen Wohnviertel könnte bei drehendem Wind plötzlich Verkehrslärm von der nahen Bundesstraße zu hören sein. Eine Kneipe in der Nähe hat nur am Wochenende geöffnet, dann aber mit lauter Musik. Und vielleicht lernen Sie bei dieser Gelegenheit ja auch schon Ihre neuen Nachbarn kennen.

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