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Brennwerttechnik

Was bringt ein Brennwertkessel bei Heizöl und Erdgas?

Ein moderner Brennwertkessel muss im Wohnbereich nicht stören.
Brennwertkessel sehen so gut aus, dass sie nicht mehr in den Keller verbannt werden müssen. Foto: Junkers

Öl und Gas dominieren in deutschen Heizungskellern. Zeitgemäße Technik senkt den Verbrauch und schont die Umwelt. Das Zauberwort heißt: Brennwerttechnik.

Keine andere Energiesparmaßnahme bringt so viel wie eine neue Heizungsanlage. Allein der Austausch des alten Kessels durch einen modernen Öl- oder Gasbrennwertkessel kann dazu führen, dass die Heizkostenrechnung um ein gutes Viertel „schrumpft“. Doch es gibt nach wie vor betriebstüchtige „Dinosaurier“ aus den 60er, 70er und auch noch 80er Jahren: sogenannte Konstanttemperaturkessel. Der Name verrät die größte Schwäche dieser Technik: Kessel dieses Typs müssen das ganze Jahr über eine konstant hohe Mindesttemperatur von bis zu 90 °C halten, damit kein Korrosionsschaden entsteht.

Fortschrittlicher waren da schon die Niedertemperaturkessel, die auch heute noch angeboten werden und das Gros in deutschen Heizungskellern stellen. Sie regulieren die Temperatur des Kesselwassers abhängig von der Außentemperatur oder innerhalb einer vorgegebenen Zeit und lassen sich so individuell dem tatsächlichen Bedarf anpassen. Die Wassertemperatur im Kessel kann etwa so eingestellt werden, dass sie konstant zwischen 40 und 75 °C liegt oder nie über 55 °C steigt. Bei modernen Öl-Niedertemperaturkesseln liegt der sogenannte Jahresnutzungsgrad bezogen auf den Brennwert/Heizwert bei ca. 90 Prozent.

 

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Wirkungsgrade von mehr als 100 Prozent

Wer derzeit modernisieren will, ist aber mit einem Brennwertkessel noch besser beraten. Der spart im Vergleich zu einem Niedertemperaturkessel noch einmal rund 10 Prozent Brennstoff, im Vergleich zu Altanlagen bis zu 25 Prozent. Die Brennwerttechnik nutzt die im Heizöl oder Erdgas enthaltene Energie optimal aus. Sogar Wirkungsgrade von mehr als 100 Prozent (!) sind mit diesen Heizungsanlagen möglich, weil über einen Wärmetauscher die im Abgas gespeicherte Kondensationswärme genutzt wird. Und die wird zum jeweiligen Heizwert des Brennstoffs addiert. Insgesamt 11 Prozent können so beim Gas an zusätzlicher Energie gewonnen werden, was bezogen auf den Brennwert einen rechnerischen Maximalwirkungsgrad von tatsächlich 111 Prozent ergibt. Beim Öl gewinnen Sie immerhin noch 6 Prozent.

Wenn Sie Ihre Anlage auf den aktuellen Stand der (Brennwert-)Technik bringen wollen, sollten Sie vor der Umrüstung von einem Fachmann prüfen lassen, ob Ihr Schornstein für den Betrieb von Brennwertkesseln geeignet ist. Das schwefelsaure Kondensat des Wasserdampfs greift nicht korrosionsfeste Materialien an – hier muss gegebenenfalls nachgebessert werden, etwa mit Kunststoffrohren, die in den bestehenden Schornstein eingebracht werden können.

Neben ihrer Umwelt- und Portemonnaiefreundlichkeit hat die Brennwerttechnik einen weiteren Vorteil: Sie fällt nicht weiter auf. Die Anlagen sind kaum einen halben Quadratmeter groß und lassen sich platzsparend an die Wand hängen. Dabei arbeiten sie so leise, dass man sie auch im Flur, im Bad oder der Küche platzieren kann.

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