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Massivholz

Welche Vorteile haben Massiv-Holzhäuser?

Energetisch top: Massiv-Holzhäuser werden Bohle auf Bohle passgenau zusammengefügt. Foto: Stommel Haus
Energetisch top: Massiv- Holzhäuser werden Bohle auf Bohle passgenau zusammen- gefügt. Foto: Stommel Haus

Nur wenige Menschen entscheiden sich heute für ein Haus aus Holz, und noch weniger für massiv errichtete – dabei erfüllen sie alle Voraus- setzungen zeitgemäßer Architektur.

Heute werden Holzhäuser zwar meist in Skelett-, Rahmen- oder Tafelbauweise errichtet, also nicht massiv. Nach wie vor aber gilt die alte Blockbauweise als die beste. Anders als bei Skelettbauten bestehen die Außenwände hier durchgehend aus Holz. Und das isoliert so gut, dass ein Naturstammhaus theoretisch auf eine Wärmedämmung verzichten könnte. Die Dämmwirkung einer zehn Zentimeter dünnen Massivholzwand entspricht etwa dem Wärmeschutz einer 160 Zentimeter dicken Betonwand. Trotzdem ist zusätzliche Dämmung immer sinnvoll. Bei zweischaligen Außenwänden wird sie mittig eingebracht. Die als kritisch geltenden Eckverbindungen werden „verkämmt”, was der Konstruktion zusätzliche Stabilität verleiht.

Prima Klima

Holz als Baustoff ist nicht nur altbewährt, sondern auch ganz auf der Höhe der Zeit, mit strengen Bau- und Qualitätsstandards. Wie alle Holzhäuser sorgen massiv gebaute außerdem für ein angenehmes Wohnklima und absorbieren toxische Stoffe wie Dämpfe. Dazu gehört, dass die Wände „diffusionsoffen“ sind, das heißt, der natürliche Abtransport von Feuchtigkeit wird erleichtert. Vor allem für Allergiker kaum zu überschätzen: Der Staubgehalt in der Raumluft ist sehr gering.

Traditionell wird beim Blockbau vor allem das Holz der Polarkiefer verwendet, das eine hohe Dichte aufweist, also sehr fest ist. Ein weiterer Vorteil ist der gerade Wuchs. Zugige Ecken, häufig als Problem bei Blockhäusern genannt, sind nicht auf die Bauweise zurückzuführen, sondern auf mangelnde Sorgfalt bei der Schichtung der zirka 20 bis 50 Zentimeter dicken Bohlen und Stämme. Dichtbänder aus dauerelastischem Material, die zwischen den durch Nut und Feder verbundenen Bohlen eingelegt werden, sorgen für die notwendige Luftdichtigkeit. Selbst der Passivhaus-Standard ist so möglich.

Wichtig zu wissen: Massiv-Holzhäuser dürfen nicht überall hingestellt werden. Fragen Sie bei Ihrem zuständigen Bauamt nach, bevor Sie sich entscheiden. Die Messlatte dafür, wann und in welchem Umfeld ein Haus nicht passt, ist allerdings sehr hoch angesetzt.

Von wegen – die fünf größten Irrtümer über den Baustoff Holz

Holz brennt leicht.
Die äußere verkohlte Schicht wirkt bei großen Holzquerschnitten wie ein Schutzmantel. Der Kern behält wegen der schlechten Wärmeleitung seine Tragkraft. Zudem enthält Holz bis zu 15 Prozent Wasser, die bei einem Brand erst einmal verdampfen müssen. Bei einer Tonne Holz sind das zirka 150 kg.

Holz ist kein haltbarer Werkstoff.
Liegt die Holzfeuchte unter 20 Prozent (und das ist die Regel), haben Pilze und Schimmel keine Chance.

Holz ist unhygienisch.
Eine Studie der University of Wisconsin (USA) ergab: Bakterien wie z. B. Salmonellen sterben auf Holzbrettern nach drei Minuten fast vollständig ab. Vor allem Kiefernholz, aber auch Eiche und Lärche besitzen diese antibakteriellen Eigenschaften.

Holz ist nicht stabil genug.
Holz ist zwar im Verhältnis zu seiner Festigkeit relativ leicht. Trotzdem trägt es bei gleichem Gewicht 14-mal so viel wie Stahl.

Holz ist knapp.
Es wird nicht mehr Holz genutzt als nachwächst. Der jährliche Neuzuwachs von 60 Millionen Kubikmeter wird derzeit nur zu zwei Dritteln genutzt.

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