Mehr Wohnraum Per Anbau zum Traumhaus

Kubus Anbau an Bestandsimmobilie
Reduzierte Moderne: Dank seiner natürlichen Farbpalette fügt sich der kubische Anbau harmonisch in seine Umgebung ein. Alle Fotos: ZimmerMeisterHaus

Die Formel zum Wohnglück sieht für jeden anders aus. Im Falle von Familie Ebert besteht sie aus einem traditionellen Satteldachhaus und einem kubisch-minimalistischen Holzanbau. Wir haben die Familie in ihrem neuen (alten) Traumhaus besucht.

Viele Gebrauchtimmobilien bieten ihren Besitzern ein großzügiges Grundstück, wie man es in Neubaugebieten kaum noch findet. So auch das Elternhaus von Beate Ebert, dessen Erdgeschoss sie mit ihrem Ehemann Rainer und dem gemeinsamen Sohn bewohnt. Im oberen Stockwerk leben Beate Eberts Eltern. Das Verhältnis ist herzlich und besonders der vierjährige Sohn profitiert vom Zusammenleben im Mehrgenerationenhaus. Nur der Standort ihres Zuhauses in spe ließ die Eheleute zunächst zögern. „Der Wechsel aus dem Ortskern einer Kleinstadt in das 190-Seelen-Dorf war nicht ganz leicht“, resümiert Rainer Ebert, während er seinen Blick über den weitläufigen Garten schweifen lässt. Doch die Familie habe schnell auch die Vorzüge des Landlebens zu schätzen gelernt. Unter anderem auch deswegen, weil sie sich auf dem Grundstück des Zweiparteienhauses baulich frei entfalten konnte.

Raumgewinn durch Anbau

Mit 81 Quadratmetern Wohnfläche war die alte Erdgeschosswohnung einfach zu klein für die dreiköpfige Familie. Zudem bestand sie fast gänzlich aus verwinkelten Durchgangszimmern. Privatsphäre oder ein modernes Wohnambiente – undenkbar. Während eines Besuches kam einem befreundeten Bauingenieur die zündende Idee: ein zentraler Flur, der an mehreren Nutzräumen vorbei in einen großzügigen, ebengeschossigen Anbau führen sollte. „Erstaunlich, dass bereits die erste Skizze weitgehend dem heutigen Zustand entsprach. Wir haben nur kleine Änderungen vorgenommen, zum Beispiel den Spitzerker des Anbaus in einen Rechteckerker umgewandelt und eine Speisekammer neben dem Gäste-WC eingeplant“, erzählt Rainer Ebert beim Blick auf den Grundriss:

Vom Reißbrett in die Realität

Mit einem Plan vom Architekten machten sich die Eberts auf die Suche nach einer geeigneten Baufirma. Beide waren sich einig, dass der neue Teil ihres Zuhauses eine Holzkonstruktion mit verschiedenartigen Fassadenplatten werden sollte. Die wagemutigste Zimmerei erhielt schließlich den Zuschlag: „Wir hatten vier Angebote. Aber nur Dirk Schiefer war innovativ genug, um auch in puncto Fassade auf unsere Vorstellungen einzugehen. Dabei war dieses Thema auch für ihn Neuland“, erinnert sich Beate Ebert. Die gesamte Fassade entstand auf Grundlage einer DIN-A3-Skizze der Bauherrin, wurde in der sogenannten Abbundhalle vorgefertigt und vor Ort montiert.

Eigenleistung auf den letzten Metern

Für ihre umfangreichen Eigenleistungen stellte das Unternehmen ZimmerMeisterHaus der Baufamilie über mehrere Tage professionelle Beratung zur Seite. Unterstützt von Familienmitgliedern und Freunden, dämmten sie ihre Außenwände in Eigenregie, übernahmen die komplette Installation, den Abriss der alten und das Aufmauern der neuen Wände sowie das Verlegen neuer Böden. Ein sportliches Pensum, wenn man bedenkt, dass der Rohbau im Herbst fertiggestellt worden war und die Eberts bereits acht Monate später in die neuen (alten) vier Wände umziehen konnten.

Darf‘s ein bisschen mehr Licht sein?

Im Mittelpunkt des Familienlebens steht der neugeschaffene Wohnraum mit angeschlossenem Essbereich und offener Küche. Sohn Sven bekam im Familienzimmer seine eigene Spielecke vor dem Kaminofen, die eines Tages zu einer Lese-Lounge umfunktioniert werden soll. Große Fensterflächen tauchen den Raum zu jeder Tageszeit in ein anderes Licht. Zur Ausgestaltung des knapp 72 Quadratmeter großen Wohnensembles holte sich Familie Ebert Verstärkung bei Innenarchitektin Waltraud Henkel. Die Expertin schlug einen maßgefertigten Raumteiler vor, in dem die Familie ihren Fernseher untergebracht hat. Das verleiht dem Raum Struktur, ohne das offene Wohngefühl zu beeinträchtigen. Auch die Sitzbänke vor den bodentiefen Fenstern brachte die erfahrene Innendesignerin ins Spiel. „Eine fantastische Idee, weil uns die Schubladen unter den Bänken jede Menge Stauraum bieten. Und weil wir keine zusätzlichen Stühle aufstellen müssen, wenn wir mit 30 Leuten Geburtstag feiern“, erklärt Beate Ebert schmunzelnd. Bei einem derart einladenden Ambiente kommen die Gäste bestimmt gern.

Familie Eberts Wohnkubus von innen: