Trinkwasser sparen Auf Regenwasser setzen

Gartenbewässerung mit Regenwasser
Ganz natürlich – Regenwasser eignet sich ideal zur Bewässerung. Foto: Elenathewise

Trinkwasser ist viel zu wertvoll, um damit Böden zu wischen oder Blumen zu gießen. Die günstige und umweltbewusste Alternative: Regenwasser.

Etwa 120 Liter Trinkwasser verbraucht jeder Bundesbürger im Schnitt pro Tag. Für fast die Hälfte der Dinge ist Wasser mit Trinkqualität aber überhaupt nicht notwendig: etwa für die Toilettenspülung, die Wäsche, den Garten und zum Putzen. Wir könnten also theoretisch pro Jahr und Person mehr als 21.000 Liter kostbares Trinkwasser sparen – und stattdessen Regenwasser nutzen. Das fällt gratis vom Himmel und wird seit Menschengedenken genutzt.

Die Zahl der Regenwasseranlagen steigt

Eine Regentonne gehört in vielen Gärten mittlerweile zum Standard. Und auch die größeren, kostenintensiveren Auffanggelegenheiten finden steigenden Absatz. Bundesweit gibt es etwa 500.000 Anlagen – so eine Schätzung der Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung. Jährlich kommen rund 50.000 bis 60.000 neu installierte Zisternen dazu.

Die Tanks aus Kunststoff (Polyethylen) oder Beton fassen zwischen 1.000 und 9.000 Liter. Die Baukosten für Speicher, Rohrleitungen, Filter und Pumpen liegen je nach Größe des Speichers zwischen 2.500 und 5.000 Euro. Darüber hinaus fallen pro Jahr Wartungskosten in Höhe von 100 Euro an. Klar, das ist nicht gerade wenig. Allerdings: Ein Vier-Personen-Haushalt kann durch die Regenwassernutzung mindestens 40 Kubikmeter Trinkwasser im Jahr ersetzen – und spart so bis zu 200 Euro. Damit lohnt sich eine Anschaffung nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell.

Tipp: Die Größe des notwendigen Speichers, den Sie für Ihre Anlage bzw. Ihren Bedarf bräuchten, können Sie hier ermitteln.

Aufbau und Funktionsweise von Zisternen

Der Tank kann wahlweise im Gartenboden versenkt oder im Keller integriert werden. Ein zusätzlicher Wasserkreislauf (neben dem bereits bestehenden für Trinkwasser) wird im Gebäude installiert und an die entsprechende Versorgungsstelle angeschlossen. Das vom Dach abfließende und gefilterte Regenwasser sammelt sich im Tank und wird mittels Saugpumpe je nach Bedarf zur Waschmaschine, Gartenanlage oder Toilette transportiert. Ein Anschluss zum Kanal oder zur Versickerungsmulde sorgt dafür, dass der Tank auch dann nicht überläuft, wenn’s mal mehrere Tage durchregnet. Und geht es daran, im Sommer mal eine längere „Durststrecke“ zu überwinden, leitet eine Trinkwassernachspeisung automatisch Trinkwasser ins System.

 

Regenspeicher mit Hauswasserstation
Regenspeicher mit Hauswasserstation: Der eigene Wasserkreislauf verbindet den Tank mit allen Gebrauchsstellen im Haus und Garten. Foto: Mall

Ob im Garten oder im Keller: Der Tank sollte vollkommen ruhig stehen. Je weniger sich das aufgefangene Regenwasser bewegt, desto besser reinigt es sich selbst. Denn die sogenannten Schwebstoffe ballen sich zusammen und binden auf diese Weise kleine Schmutzteilchen und sogar Keime. Von denen bleibt nur ein Sediment, das sich am Tankboden absetzt und alle zehn Jahre entfernt werden muss.

Einbau mit einer Modernisierung kombinieren

Ideal ist es, den Einbau einer Anlage mit einer anstehenden Modernisierung des Badezimmers zu verbinden. Denn da man zur Nutzung einer Zisterne den Toilettenanschluss neu installiert, müssen die Fliesen in jedem Fall von der Wand genommen und neu verlegt werden. Und diese aufwendige Arbeit lohnt sich eigentlich nur bei einer Komplettsanierung.

Formalitäten und Förderung

Regenwassernutzungsanlagen sind keine genehmigungspflichtigen Anbauten, es besteht aber Meldepflicht. So müssen Sie das örtliche Wasserversorgungsunternehmen und das Gesundheitsamt informieren. Damit die Anlage sicher und normgerecht betrieben werden kann, gilt: Trinkwasser- und Regenwasserkreislauf sind strikt getrennt. Und diese Trennung muss, zum Beispiel durch Plaketten, unübersehbar und eindeutig gekennzeichnet sein.

Informieren Sie sich vor der Anmeldung auch über mögliche Förderungen – zum Beispiel bei der Stadtverwaltung oder dem Landratsamt. Viele Gemeinden bezuschussen nämlich die Errichtung von Regenwassernutzungsanlagen.