Gut zu wissen Erste Energieausweise werden ungültig

Energieausweis mit farbiger Skala
Besonders charakteristisch für den Energieausweis: die farbige Skala zum Energiebedarf.

Im Juli 2018 verlieren die ersten Energieausweise für ältere Häuser ihre Gültigkeit. Wir sagen, in welchen Fällen ein neuer Ausweis beantragt werden muss.

Der Energieausweis zeigt, wie sparsam ein Gebäude mit Energie umgeht. Grundlage ist die sogenannte Energieeinsparverordnung (EnEV). Das meist fünf Seiten umfassende Dokument enthält neben allgemeinen Angaben zur Immobilie auch Informationen zu den Energieträgern, mit denen geheizt wird – also beispielsweise Gas oder Öl. Außerdem sind Empfehlungen für Modernisierungsmaßnahmen vermerkt, die zur Verbesserung der Energieeffizienz beitragen können.

Diese Ausweise laufen 2018 ab

Energieausweise werden seit Juli 2008 für Häuser ausgestellt, die vor 1966 erbaut worden sind. Da ihre Laufzeit zehn Jahre beträgt, verlieren die ersten Ausweise im Juli 2018 ihre Gültigkeit. Ab dem 1. Januar 2019 verfallen dann Schritt für Schritt auch die Energieausweise der nach 1966 erbauten Häuser. Aber keine Sorge: Sie müssen sich im Fall der Fälle nicht zwingend sofort um ein neues Exemplar kümmern. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) gibt folgenden Hinweis: „Hauseigentümer der betroffenen Gebäude müssen nur einen aktuellen Energieausweis vorlegen, wenn sie ihr Haus in naher Zukunft verkaufen, vermieten oder verpachten wollen.“

Hier bekommen Sie einen neuen Ausweis

Sie benötigen einen neuen Energieausweis? Dann denken Sie daran, dass ihn nur Fachleute mit besonderer Aus- oder Weiterbildung und Berufspraxis ausstellen dürfen. Am besten beauftragen Sie einen Experten aus der Liste (Verlinkung: https://www.energie-effizienz-experten.de/) für Bundesförderprogramme. Das gilt vor allem, wenn Sie auch eine Modernisierung Ihrer Immobilie planen. Denn die dort gelisteten Experten dürfen auch die Sachverständigenbestätigungen ausstellen, die Sie eventuell für die Beantragung von KfW-Fördermitteln brauchen.

Der Bedarfsausweis bringt mehr

Es gibt zwei unterschiedliche Energieausweise:

  • Der Energieverbrauchsausweis bewertet ein Gebäude anhand des gemessenen, also tatsächlichen Energieverbrauchs. Berücksichtigt werden unter anderem die Verbrauchsdaten für Heizung und Warmwasser der vergangenen drei Jahre. Der Energieverbrauchskennwert hängt also stark vom Verhalten der Bewohner ab. Das Ausstellen eines Verbrauchsausweises kostet in der Regel nicht mehr als 90 Euro.
  • Im Energiebedarfsausweis steht der berechnete jährliche Energiebedarf eines Gebäudes. Gemeint ist der energetische Aufwand für die Beheizung und die Warmwasserbereitung. Der wird anhand der physikalischen Eigenschaften eines Gebäudes ermittelt. Berücksichtigt wird dabei zum Beispiel die Anlagentechnik, also Heiz- und Lüftungsanlage und – sofern vorhanden – die Verwendung erneuerbarer Energien. Ebenfalls eine wichtige Größe: der Wärmedurchlasswiderstand. Er gibt Aufschluss über die Wärmedämmeigenschaften des Gebäudes. Ein Bedarfsausweis wird meistens im Rahmen einer Vor-Ort-Begehung ausgestellt und kostet ab 300 Euro.
Welchen Energieausweis braucht Ihr Gebäude
Bedarfs- oder Verbrauchsausweis? Foto: dena

 

 

 

 

 

 

 

Ein wichtiger Hinweis für Modernisierer: Der Bedarfsausweis enthält grundlegende Informationen zum energetischen Zustand des Gebäudes. Die Modernisierungsempfehlungen geben entsprechend konkrete Hinweise auf Schwachstellen des Gebäudes. Wer dann saniert, kann seinen Ausweis ohne großen Aufwand aktualisieren, um die höhere Energieeffizienz zu dokumentieren.