Fenster & Türen erneuern Diese Maßnahme spart richtig Geld

Zugluft oder Kondenswasser-Pfützen auf dem Fensterbrett? Dann sind vermutlich die Fenster schlecht isoliert. Ein Austausch schafft Abhilfe – und er senkt die Energiekosten. Die Preise für neue Fenster schwanken je nach Rahmen und Verglasung. Wir helfen Ihnen bei der Kostenkalkulation.

Fenster prägen den äußeren Charakter eines Hauses. Doch neben ihrem Aussehen zählt auch ihre Funktion: Nach innen sorgen sie für Licht und frische Luft, nach außen schließen sie dicht ab und halten die Wärme im Haus. Müssen alte Fenster – und Türen – erneuert werden, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Energieverluste zu senken.

Das Zauberwort heißt Uw-Wert

Der Wärmedurchgangskoeffizient, auch U-Wert genannt, ist ein praktisches Maß für die Wärmedurchlässigkeit eines Bauteils: je geringer der U-Wert, desto geringer der Wärmeverlust. Allgemein gilt: Je niedriger der U-Wert eines Fensters ist, desto höher sind die Investitionskosten – aber auch die künftigen Energieeinsparungen.

Für einen günstigen U-Wert kommt es bei Fenstern und Türen nicht nur auf die Verglasung an. Die höchsten Wärmeverluste treten am Rahmen auf. Besonders energiesparend sind Fenster mit speziell gedämmten Rahmen oder Rahmen aus Mehrkammerprofilen. Sogenannte „Warme-Kante-Fenster“ weisen eine geringere Wärmeleitung am Übergang von der Verglasung zum Rahmen aus. Entscheidend bei der Auswahl energiesparender Fenster ist daher der sogenannte Uw-Wert, der den Wärmedurchgangskoeffizienten des gesamten Fensters wiedergibt.

Das kosten neue Fenster

Fenster mit Zweifachverglasung und weniger gedämmten Rahmen und einem Uw-Wert von 1,3 W/(m²K) kosten ca. 300 bis 400 Euro pro Quadratmeter. Fenster mit verbesserter Wärmeschutzverglasung und besser gedämmten Rahmen und einem Uw-Wert von 1,1 W/(m²K) kosten nur unwesentlich mehr. Mit einer Dreifach-Wärmeschutzverglasung sind sogar Uw-Werte von 0,8 W/(m²K) möglich. Eine Dreifachverglasung ist etwa 10 bis 15 Prozent teurer als eine Doppelverglasung. Je nach Qualität der Fenster betragen die Mehrkosten somit ca. 60 bis 250 Euro pro Fenster.

Sie wollen es genauer wissen? Wir haben Ihnen einige Fenster und Türen verschiedener Ausführung mit den entsprechenden Preisen zusammengestellt. Die Detailinformationen finden Sie jeweils unter den Bildern.

 

2-teiliges Fenster, Preis ca. 180 Euro
2-teiliges Fenster aus Kunststoff, Dreifachverglasung, Breite: 1.500 mm, Höhe: 1.000 mm, Preis ca. 180 Euro. Grafik: HMC
Fenster aus Holz, Preis ca. 345 Euro
2-teiliges Fenster aus Holz (Kiefer), Dreifachverglasung, Breite: 1.500 mm, Höhe: 1.000 mm, Preis ca. 345 Euro. Grafik: HMC
Fenster mit Oberlicht, Preis ca. 380 Euro
2-teiliges Fenster aus Kunstoff, Oberlicht, Dreifachverglasung, Breite: 1.500 mm, Höhe: 1.200 mm, Preis ca. 380 Euro. Grafik: HMC
Fenster mit Oberlicht aus Holz-Aluminium, Preis ca. 760 Euro
2-teiliges Holz-Aluminium-Fenster, Oberlicht, Dreifachverglasung, Breite: 1.500 mm, Höhe: 1.200 mm, Preis ca. 760 Euro. Grafik: HMC

 

Haustür aus Kunststoff, Preis ca. 820 Euro
Haustür aus Kunststoff, 2-fachverglasung, 3-Punkt-Hakenverriegelung, Breite: 1.000 mm, Höhe: 2.200 mm, Preis ca. 820 Euro. Grafik: HMC
Haustür aus Aluminium mit Seitenteil, Preis: ca. 2.0590 Euro
Aluminium-Tür mit Seitenteil, 2-fachverglasung, 3-Punkt-Verriegelung, Breite: 1.500 mm, Höhe: 2.200 mm, Preis ca. 2.509 Euro. Grafik: HMC

Denken Sie auch an Einbruchschutz

Die meisten Einbrüche in Einfamilienhäuser erfolgen über Türen und Fenster. Daher ist es sinnvoll, sich beim Austausch gleich für einbruchhemmende Modelle zu entscheiden. Es gibt sechs Widerstandsklassen (RC = resistance class), wobei RC6 für die höchste Widerstandsklasse steht. Die Polizei empfiehlt, bei neuen Fenstern und Türen mindestens zur Widerstandsklasse RC2 zu greifen.

Die einzelnen Widerstandsklassen

  • RC1 N:

    Die niedrigste Widerstandsklasse bietet nur einen geringen Schutz, vornehmlich gegen Treten, Springen, Schieben und Reißen. Sie sollte nur dort eingesetzt werden, wo kein ebenerdiger Zugang möglich ist. Einsatzempfehlung: Grundsicherheit.

  • RC2 N:

    Hier besteht ein Grundschutz gegen einen Einbruchsversuch mit einfachen Werkzeugen wie Schraubendreher, Zangen oder Keile. Kein Sicherheitsglas. Widerstandszeit: 3 Minuten. Einsatzempfehlung: Standardsicherheit.

  • RC2:

    Zusätzlich zu RC 2 N ist eine Verglasung mit Sicherheitsglas nach DIN EN 356 vorgeschrieben. Widerstandszeit: 3 Minuten. Einsatzempfehlung: Standardsicherheit.

     

  • RC3:

    Diese Modelle erschweren auch das Aufbrechen mit einem zweiten Schraubendreher und einem Brecheisen. Widerstandszeit: 5 Minuten. Einsatzempfehlung: Erhöhte Sicherheit.

  • RC4:

    Auch erfahrene Einbrecher, die mit Säge- und Schlagwerkzeugen wie Schlagaxt, Stemmeisen, Hammer und Meißel sowie Akku-Bohrmaschine vorgehen, bekommen Probleme. Widerstandszeit: 10 Minuten. Einsatzempfehlung: Hohe Sicherheit.

  • RC5:

    Die Täter müssen elektrische Werkzeuge zu Hilfe nehmen, zum Beispiel Bohrmaschinen oder Winkelschleifer. Widerstandszeit: 15 Minuten. Einsatzempfehlung: Hochsicherheitsbereiche.

  • RC6:

    Auch mit besonders leistungsfähigen Elektrowerkzeugen wie Bohrmaschinen, Stich- oder Säbelsägen und Winkelschleifern ist kaum ein Durchkommen. Widerstandszeit: 20 Minuten. Einsatzempfehlung: Hochsicherheitsbereiche.

Der Staat hält Fördergelder bereit

Um von der Förderung der staatlichen KfW Bankengruppe zu profitieren, müssen die neuen Fenster einen U-Wert von 0,95 W/(m2K) haben. Dafür brauchen Ihre Wunschmodelle eine Dreifachverglasung. Außerdem muss die Wand, in der das Fenster eingebaut wird, einen besseren U-Wert haben als das neue Fenster. Daher ist es oft sinnvoll, den Austausch der Fenster und Türen mit einer Fassadendämmung zu kombinieren.

Als Förderung kommen sowohl ein zinsgünstiger Kredit als auch ein Investitionszuschuss infrage. Detaillierte Informationen zu beiden Programmen finden Sie unter „Jetzt Extra-Geld vom Staat kassieren“.

Tipp: Kombinieren Sie Maßnahmen zur energetischen Sanierung mit dem Einbruchschutz. Förderfähig sind Fenster ab Widerstandsklasse RC2 – und das gilt sowohl für die Aufbereitung bestehender Fenster wie auch für den Einbau neuer Modelle.

Rollläden helfen zusätzlich

Neben dem Austausch der Fenster sorgen auch Rollläden für eine bessere Wärmeisolierung des Hauses – und für mehr Sicherheit. Ein einbruchhemmender Rollladen besteht aus stabilem Material (Aluminium, Holz, Stahl) und hat einen zusätzlichen Schutzmechanismus: Sogenannte Hochschiebehemmer fixieren den Rollladenpanzer stabil an der Welle und halten einem Hochschiebedruck von mehr als 100 Kilogramm stand. Dadurch wird das Aufhebeln des Rollladens erheblich erschwert.

Tipp: Die KfW fördert zusammen mit einer Fenstererneuerung oder einer Außenwanddämmung auch den nachträglichen Einbau von Rollläden oder Fenstergittern. Der Einbau von Rollläden ist über das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ förderfähig. Hier finden Sie weitere Informationen zum Kredit 159.

Über eine automatische Steuerung lassen sich Rollläden leicht bedienen und nach Wunschzeiten programmieren.