Treppen Sicherheit auf Schritt und Tritt

Sichere Treppe
Ein guter Halt, eine helle Beleuchtung und ein rutschhemmender Belag sind wichtige Sicherheitsmerkmale einer Treppe. Foto: KENNGOTT-TREPPEN

Die Treppe gehört zu den am meisten genutzten Bauteilen in einem Haus. Und hier passieren viele Unfälle – 600.000 jedes Jahr! Umso wichtiger ist es, für die nötige Sicherheit auf den Stufen zu sorgen und im Zweifelsfall nachzurüsten.

Tödliche Gefahr

Mehr als 1.100 Menschen kommen laut Statistischem Bundesamt jedes Jahr durch Stolpern, Ausrutschen oder Fehltritte auf Treppen ums Leben. Das heißt: Doppelt so viele Menschen starben an den Folgen eines Treppenunfalls wie Motorradfahrer bei einem Verkehrsunfall. Die Wahrscheinlichkeit, in seinem Leben zumindest einmal auf einer Treppe zu verunglücken, liegt laut Statistiken des Robert-Koch-Instituts und des Statistischen Bundesamts bei 76 Prozent.

Mögliche Haftung

Manchmal ist vielleicht einfach nur Hast oder Unachtsamkeit Grund für den Sturz. Doch oft liegt das Problem auch bei der Treppe selbst: Mangelnde Beleuchtung, kein Handlauf, ein schlecht verlegter Teppich – und schon ist es passiert. Der Sturz etwa eines Gastes kann auch für den Hauseigentümer unangenehme Folgen haben: Er ist für den vorschriftsmäßigen Zustand der Treppe verantwortlich. Wird nach einem Schadensfall festgestellt, dass Bauvorschriften nicht eingehalten wurden, können ihn möglicherweise Versicherungen und Krankenkassen haftbar machen.

Sorgfältige Planung

Die wichtigsten Anforderungen für den Treppenbau finden sich in der DIN 18065. Darin steht zum Beispiel, dass eine Haupttreppe mindestens 80 Zentimeter Laufbreite aufweisen muss und alle Stufen den gleichen Abstand haben müssen. Eine alte Treppe, die Mängel aufweist oder schlecht begehbar ist, sollte dringend renoviert werden. Ein kompletter Austausch kann aufwendig werden. Oft reichen aber auch kleinere Maßnahmen.

Handlauf: Handläufe sollten auch in Privathaushalten möglichst an beiden Seiten der Treppe befestigt werden. Bei öffentlichen Gebäuden ist das sogar vorgeschrieben. Runde Handläufe sind besser als eckige, weil sie besser zu umgreifen sind. Und auch zu klein sollte der Handlauf nicht sein: Nach der DIN 18065 sollte der Durchmesser zwischen 2,5 und 6 Zentimetern liegen.

Beleuchtung: Da es gewöhnlich gefährlicher ist, die Treppe hinunterzufallen als sie hinaufzustolpern, müssen die einzelnen Stufen vor allem von oben gut erkennbar sein. Idealerweise sollte das Licht indirekt sein, also zum Beispiel Richtung Wand strahlen, damit es nicht blendet. Außerdem sollte oben und unten an der Treppe ein Lichtschalter installiert sein. Zeitschaltuhren sollten so lange Intervalle haben, dass man die Treppen auch in langsamem Tempo bewältigen kann, bevor das Licht ausgeht.

Stufen: Um glatte Stufen rutschfester zu machen, gibt es im Baumarkt selbstklebende Anti-Rutschstreifen, die man an den Stufenkanten befestigen kann. Für Steinstufen eignen sich Gummistreifen. Holztreppen empfiehlt es sich einzuölen, denn wenn sie lackiert oder gewachst sind, kann man leichter darauf ausrutschen.

Absatz: Ein Großteil der Treppenunfälle passieren am Treppenanfang oder -ende. Es ist also wichtig, die ersten und letzten Treppenstufen gut sichtbar zu gestalten. Lumineszierende Streifen, die im Dunklen leuchten, können Kontraste schaffen.

Haben Sie all diese Aspekte bedacht, sind viele Gefahrenpunkte bereits eliminiert.