Warmwasser sparen Gut für die Umwelt und fürs Portemonnaie

Wasserzähler
Sparsamkeit zahlt sich bei warmem Wasser aus. Foto: iStockphoto/deepblue4you

Warmwasser macht rund 15 Prozent des Energieverbrauchs in Privathaushalten aus. Schon mit einfachen technischen Lösungen sowie kleinen Verhaltensänderungen können Sie hier Ihre Energiekosten bedeutend verringern.

Rund jeder vierte Liter Wasser wird in Privathaushalten als Warmwasser verbraucht. Das vom Versorger gelieferte kühle Nass muss dafür unter Einsatz von zum Beispiel Gas oder Strom erwärmt werden. Der Anteil der dafür benötigten Energie am gesamten Energieverbrauch ist in den vergangenen Jahren sogar noch etwas gestiegen. Er liegt heute im Mittel bei etwa 15 Prozent. Der größte Posten des Energieverbrauchs im Eigenheim, das Heizen, hat sich hingegen stetig verringert auf aktuell rund 65 Prozent. Ausschlaggebend dafür sind eine effizientere Heiztechnik sowie eine bessere Dämmung. Der Einbau einer modernen Heizungsanlage wirkt sich auch auf die Warmwasserbereitung aus, denn in der Regel gibt es für Heizung und Warmwasser heute ein gemeinsames Gerät. Aber es gibt noch weitere Maßnahmen, mit denen sich beim Waschen, Putzen und Abwaschen Energie sparen lässt. Und das schon nicht nur das Portemonnaie, sondern auch die Umwelt.

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Anteil von Warmwasser am Gesamtenergieverbrauch. Foto: HMC

Mit diesen 5 Tipps ist es ganz einfach, den privaten Warmwasserverbrauch zu minimieren:

Warm duschen, kalt Hände waschen: Warmes Wasser verbraucht mehr Energie als kaltes. Diese einfache Erkenntnis hilft, bares Geld zu sparen: Wer seine Duschtemperatur um fünf Grad senkt, also zum Beispiel nur warm statt heiß duscht, spart rund zehn Prozent Energie. Ein Dreipersonenhaushalt kann so im Mittel 645 Kilowattstunden Wärmeenergie pro Jahr einsparen. Beim Händewaschen kann man sogar ganz auf warmes Wasser verzichten. Seife oder Waschlotionen töten nahezu alle Bakterien ab – warmes Wasser ist dazu nicht nötig.

Wassertemperatur anpassen und Dämmungen überprüfen: In einer zentralen Warmwasseranlage genügt eine Temperatur von 60 Grad Celsius, um einen gefährlichen Legionellenbefall zu verhindern. Noch geringere Temperaturen reichen bei dezentralen Lösungen wie etwa Durchlauferhitzern aus: An der Küchenspüle sollten 45 Grad Celsius, an der Dusche 38 Grad Celsius eingestellt sein und nicht mehr. Noch ein Hinweis zur zentralen Wasserversorgung: Es fehlt oft an der richtigen Rohrdämmung zwischen Warmwasserspeicher und Wasserhahn, auch wer hier nachbessert, spart Energie.

Kleinspeicher ausschalten: Wer Wasser mittels elektrischer Kleinspeicher erwärmt, sollte sie regelmäßig ausschalten. Das spart jede Menge Strom. Läuft der Kleinspeicher, heizt er permanent auf die eingestellte Gradzahl hoch, auch wenn länger kein Warmwasser gezapft wird. Verlassen Sie Ihre Wohnung für einen Urlaub oder auch nur fürs Wochenende, lohnt es sich, den Warmwasserspeicher auszuschalten. Auch über Nacht muss er nicht unbedingt laufen. Nach dem Einschalten erhitzt er das Wasser zumeist in wenigen Minuten.

Warmwasserzirkulation abschalten lassen: Bei vielen zentralen Warmwasserbereitungen wird eine Zirkulationspumpe eingesetzt. Sie verbraucht ständig Strom und sorgt für erhebliche Wärmeverluste im Leitungsnetz. Bei einem Einfamilienhaus können Zirkulation und Pumpe stillgelegt und das Leitungsnetz umgerüstet werden. Dafür muss allerdings ein Fachmann beauftragt werden. Er achtet auch darauf, dass keine toten Stichleitungen entstehen. Wird die Zirkulation abgeschaltet, geht zwar Wasser verloren, da das in der Leitung stehende kalte Wasser erst abfließen muss, bevor das warme Wasser aus dem Speicher am Wasserhahn oder in der Dusche ankommt. Die Mengen sind im Vergleich zu den Zirkulationsverlusten der Pumpenvariante aber gering. Ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt kann durch diese Umbaumaßnahme rund 160 Euro pro Jahr einsparen. Eine Alternative zum Umbau: Eine Zeitschaltuhr installieren und den Betrieb der Zirkulationspumpe an den Tagesablauf anpassen.

Sonne und Erwärme nutzen: Besonders umweltfreundlich ist die Warmwasserbereitung, wenn sie durch Solarthermie geschieht, also durch eine solarunterstützte Heizungsanlage. Denn Solaranlagen auf dem Dach sorgen für Strom und auch für die Erwärmung des Wassers. Bei zentralen Warmwasserbereitungen ist es völlig unproblematisch, eine Solaranlage oder eine Wärmepumpe zu nutzen. Dezentrale Geräte müssen neueren Datums sein, dann lassen auch sie sich mit regenerativen Wärmequellen verbinden. In einem durchschnittlichen Vierpersonenhaushalt im Einfamilienhaus mit Heizölzentralheizung lassen sich mit einer Solarthermieanlage rund 60 Prozent des Warmwassers regenerativ erzeugen.