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Passivhaus

Wie funktioniert ein Passivhaus?

Passivhäuser nutzen die Strahlungswärme der Sonne konsequent aus. Eine außen liegende Jalousie schützt die Innenräume vor Überhitzung. Foto: Oehler Archkom Solar Architektur
Passivhäuser nutzen die Strahlungswärme der Sonne konsequent aus. Eine außen liegende Jalousie schützt die Innenräume vor Überhitzung. Foto: Oehler Archkom Solar Architektur

Passivhäuser sind genial sparsam – man könnte sie mit ein paar Glühbirnen heizen. Möglich wird das durch eine kontrollierte Wohnraumlüftung, die die Wärmeverluste minimiert.

Seit 2000 stiegen die Preise für Heizöl um 44,3 Prozent, für Gas um 57,8 Prozent. Und die Kurve zeigt weiter steil nach oben. Wer ein Passivhaus besitzt bzw. bewohnt, den können die Preissteigerungen für Öl und Gas kaltlassen. Denn diese Gebäude kommen ohne Heizung im herkömmlichen Sinne aus.

Wärmstens empfohlen: Auf Alternativen bauen

Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Neubau verbraucht ein Passivhaus 75 Prozent weniger Heizenergie. Umgerechnet auf den entsprechenden Heizölbedarf beträgt der Verbrauch sensationell niedrige 1,5 Liter pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr. Möglich werden diese Traumwerte durch eine extrem luftdichte Außenhülle, die wärmebrückenfreie Konstruktion und die dreifachverglasten Fenster, bei denen auch die Rahmen isoliert sind. Besonders gut gedämmt sind die Außenwände mit einer Dicke von bis zu 50 Zentimetern.

Passivhäuser funktionieren nach dem Prinzip: Wärmeverluste vermeiden – und zusätzlich mögliche Wärmegewinne optimieren. Ein aktives Heizsystem gibt es nicht, es ist auch nicht notwendig. Passive Wärmequellen wie Sonne, Mensch, Haushaltsgeräte und die Wärme aus der Fortluft decken einen Großteil des Wärmebedarfs. Die noch erforderliche Wärme kann leicht über die Zuluft zugeführt werden, wenn die maximale Heizlast weniger als 10 Watt pro Quadratmeter Wohnfläche beträgt. Wenn eine solche Zuluftheizung als alleinige Wärmequelle ausreichen kann, nennt man ein Gebäude ein Passivhaus.

Weitere Kriterien sind ein Jahresheizwärmebedarf von maximal 25 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr (15 kWh/m2a), das entspricht Heizkosten von 2 Euro por Quadratmeter Wohnfläche und Jahr, sowie ein Jahresprimärenergiebedarf von maximal 120 kWh/m2a. Ohne die Wärmerückgewinnung aus der Abluft wären diese Werte nicht einzuhalten. Die Lüftungstechnik ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil eines Passivhauses.

Das gilt es zu beachten

Bevor man durch Passiv-Standard an den Heizkosten sparen kann, muss allerdings verstärkt investiert werden: Die Mehrkosten betragen im Vergleich zu einem Niedrigenergiehaus ca. 200 Euro pro Quadratmeter. Zudem muss der Nutzer streng auf die Einhaltung einiger „Spielregeln“ achten, um sich wirklich effizient einzurichten. So sind zum Beispiel mehrmaliges Lüften am Tag und vor allem das beliebte Fensterkippen in der Nacht kontraproduktiv: Da die kalte Luft sich im ganzen Passivhaus verteilt, kühlen sämtliche Räume aus.

Unterstützung beim Hausbau: Günstige Kredite

Die KfW Privatkundenbank bietet Bauherren zinsverbilligte Darlehen für Wohngebäude, die die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) deutlich unterschreiten. Passivhäuser werden gefördert, wenn ein Sachverständiger die Einhaltung des sogenannten Passivhaus Projektierungspaketes (PHPP) bestätigt. Gefördert werden sie wie KfW-70-Effizienzhäuser mit bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit – vorausgesetzt, der Jahresheizwärmebedarf liegt unter 15 kWh/m2a. Der Jahresprimärenergiebedarf darf max. 40 kWh/m2a betragen.

Aktuelle Konditionen finden Sie unter www.kfw-foerderbank.de

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