Wie muss ein Haus beschaffen sein, damit es den zukünftigen Ansprüchen an Wohnkomfort und Nachhaltigkeit genügt? Einen Versuch macht das „LichtAktiv Haus“, das dabei vor allem auf viel Tageslicht und eine nachhaltige Energieversorgung setzt.

Wie macht man ein klassisches Hamburger Siedlerhaus aus den 1950er-Jahren fit für die Zukunft? Am besten, indem man es umfassend saniert und auf den Standard „Nullenergiehaus“ bringt – so geschehen im Rahmen eines Projekts der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Hamburg-Wilhelmsburg. Hauptziele dabei: höchster Wohnwert und gesundes Raumklima mit viel Tageslicht und frischer Luft.

Umfassende Verjüngungskur

Das ursprüngliche Haus wurde komplett neu gedämmt und mit modernster Haustechnik ausgestattet. Im Sinne der ausgefeilten Tageslichtarchitektur bekam es eine Vielzahl von Dachfenstern, die – auf Wunsch automatisch – für eine natürliche Be- und Entlüftung sorgen sollen. Ganz wichtig für das Gesamtkonzept ist der neu entstandene Erweiterungsbau, in dem nun Platz für Wohn- und Esszimmer sowie die Küche ist. Auf dem Dach des Anbaus wurden Zellen für Photovoltaik und Solarthermie angebracht. Zusammen mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe wird so die energetische Versorgung nachhaltig gesichert. Auf diese Weise soll der ökologische Fußabdruck des Hauses möglichst klein gehalten werden.

Im Laufe des Betriebs soll das Gebäude sogar CO2-Neutralität erreichen: Man geht davon aus, dass dank der zu erwartenden

Energiegewinnung und des geringen -verbrauchs im Jahresschnitt keine Energie von außen zugeführt werden muss.

Realitäts-Check

Grau ist alle Theorie – das wissen auch die Macher des „LichtAktiv Hauses“. Daher haben sie sich entschieden, ihr Haus vor allem in der alltäglichen Praxis auf Herz und Nieren zu testen. Also wurde eine Familie gesucht, die dort zwei Jahre lang mietfrei wohnen und alles ausprobieren sollte. Ende vergangenen Jahres war es so weit – die vierköpfige Familie Oldendorf konnte einziehen. Unter der Beobachtung von Wissenschaftlern aus Berlin und Darmstadt wird nun das Wohn- und Wohlfühlempfinden der Oldendorfs erforscht und dokumentiert. Natürlich werden auch Energieverbrauch und Innenraumklima unter realen Bedingungen ständig gemessen. Auf diese Weise kommt es hoffentlich zu praktischen und lebensnahen Erkenntnissen über das Wohnen der Zukunft.