Eine gut geplante Treppe erleichtert nicht nur den Zugang zu den verschiedenen Etagen, sie ist auch ein repräsentativer Blickfang. Hier lesen Sie, worauf man bei der Treppenauswahl achten sollte.

Der Platzbedarf einer Treppe ergibt sich aus der sogenannten Schrittmaßregel. Sie errechnet sich aus der Stufenhöhe und der Stufentiefe. Damit eine Treppe bequem und sicher ist, müssen beide Werte optimal aufeinander abgestimmt sein. Genauer gesagt: die doppelte Stufenhöhe plus die Stufentiefe sollten in der Summe 63 ergeben.

Schritt für Schritt zur passenden Treppe

Ein Beispiel für den optimalen Auftritt: 2 x 18 Zentimeter Stufenhöhe (also 36) + 27 Zentimeter Stufentiefe = 63. Warum gerade 63? Weil die Schrittlänge eines Menschen, der normal spazieren geht, ca. 63 Zentimeter beträgt. Bei einer Steigung um 18 Zentimeter (die Stufenhöhe einer bequemen Wohnungstreppe) verringert sich die Schrittlänge auf 27 Zentimeter – das ist dann die perfekte Stufentiefe. Auf der Grundlage dieser Berechnung können Sie übrigens auch feststellen, dass Sie für eine Treppe bei einer Geschosshöhe von 260 bis 290 Zentimetern 12 bis 15 Stufen brauchen.

Weitere Maße für die Stiegenplanung

Eine normgerechte Treppe ist mindestens 80 Zentimeter und nur in bestimmten Fällen 50 Zentimeter breit. Das Geländer sollte 90 Zentimeter hoch sein und der Abstand zwischen den Sprossen nicht größer als 12 Zentimeter – sonst könnten Kinder ihren Kopf hindurchstecken.

Verschiedene Treppenformen

Je nachdem wie viel Platz für den Einbau der Treppe zu Verfügung steht, haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Treppenformen:

  • Eine gerade Treppe ohne Wendelung oder Absatz braucht verhältnismäßig viel Platz. Ein typischer Grundriss misst 110 x 364 Zentimeter. Die Treppenöffnung in der Decke braucht nicht ganz so lang zu sein. Allerdings muss die sogenannte lichte Durchgangshöhe, also die „Kopfhöhe“, mindestens 2 Meter betragen.
  • Eine halbgewendelte Treppe ist kompakt und trotzdem komfortabel. Vom Antritt (erste Stufe) bis zum Austritt (letzte Stufe) dreht sie sich um 180 Grad. Mal erfolgt die Wendelung in einem gleichmäßigen Halbrund, mal in zwei viertelgewendelten Schritten bei den ersten und letzten Stufen.
  • Eine viertelgewendelte Treppe macht bei den ersten Aufwärtsstufen oder (seltener) bei den letzten eine Wendelung um 90 Grad. Die Krümmung spart beim Grundriss an der Länge, stört allerdings im Vergleich zu einer geraden oder komplett gewendelten Treppe den Geh-Rhythmus.
  • Eine Podesttreppe eignet sich vor allem für opulent geschnittene Häuser. Sie macht den Raum optisch größer. Besonders gut kommt sie bei halbgeschossig versetzten Wohnebenen zum Tragen. Generell sollten Treppen übrigens nach 15 bis 18 Stufen ein Ruhepodest haben.
  • Eine spiralförmige Spindeltreppe braucht zum Befestigen keine Umfassungswände. Sie eignet sich besonders für den nachträglichen Einbau. Schmale, allerdings wenig bequeme Formen kommen bereits mit einem Durchmesser von 140 Zentimetern aus.

Probelauf für die neue Treppe

In einem Treppenstudio können Sie komplett installierte Treppen persönlich begehen. Dort lassen sich auch wichtige Qualitätskriterien überprüfen: Wie strapazierfähig ist das Stufenmaterial? Wie stabil ist das Geländer? Wie grifffreundlich ist der Handlauf? Wie steht’s mit dem Schallschutz? Bevor Sie sich entscheiden, prüfen Sie genau, ob dem Einbau bzw. der Verankerung einer Treppe an der gewünschten Stelle etwas entgegensteht – etwa frühere Installationen wie Fußbodenheizungen oder Lichtleitungen. Und knausern Sie beim Grundriss nicht mit jedem Quadratzentimeter: Ein zu enges Treppenloch in der Decke etwa kann auf die Dauer beträchtlich nerven.