Beton ist der meistgenutzte Baustoff der Welt. Doch für den privaten Hausbau wird er kaum verwendet. Zu Unrecht, denn das Material hat viele positive Eigenschaften.

Architekten wissen die Stärken des grauen Baustoffs schon seit langem zu schätzen – und das nicht nur beim Bau von Autobahnbrücken. Decken, Dächer, Schornsteine, Treppen, Keller, Garagen und sogar Mülleimer werden heute ganz selbstverständlich aus Beton gefertigt. Im privaten Hausbau hat das Baumaterial dennoch bislang eine Außenseiterrolle. Zu Unrecht, denn die Mischung aus Sand, Kies, Zement und Wasser verfügt über viele Vorteile, die sich auch beim Bau kompletter Einzelhäuser nutzen lassen.

Die hält was aus: ein hochglanzpolierter Betonblock als Küchenarbeitsplatte. Foto: BetonBild
Die hält was aus: ein hochglanzpolierter Betonblock als Küchenarbeitsplatte. Foto: BetonBild

Vorteilhafte Eigenschaften

Zunächst einmal ist Beton extrem widerstandsfähig und langlebig. Das sichert den langfristigen Werterhalt und einen geringen Aufwand für die Instandhaltung einer damit gebauten Immobilie. Trotzdem ist der Baustoff ausgesprochen flexibel: Im flüssigen Zustand lässt er sich in fast jede beliebige Form gießen. Das ist zum Beispiel ein Vorteil für die Herstellung von Fertigbauteilen, die gegebenenfalls die Bauzeit erheblich verkürzen und dadurch die Kosten verringern können. Zwar ist beim Bauen mit herkömmlichem Beton eine außen liegende Dämmung erforderlich, trotzdem bleibt die Konstruktion aufgrund der geringen Baudicke von Betonwänden schlank. Die Wärmespeicherfähigkeit des Materials wirkt sich dabei positiv auf das Raumklima aus. Ein weiterer Pluspunkt ist die hohe Rohdichte von massiven Bauteilen. Sie sorgt bei fachmännischer Konstruktion für eine sehr gute Schalldämmung.

Deshalb wird Beton auch bereits gern für den Bau von Decken und Treppen genutzt. Zu guter Letzt bietet er einen optimalen Brandschutz: Bauteile aus Beton gelten als nicht brennbare Stoffe nach Klasse 1A. Sie geben im Brandfall weder schädliche Dämpfe noch Gase ab.

Auf die Mischung kommt es an

Gewicht, Tragfähigkeit, Wärmedämmung und Schallschutz können durch verschiedene Mischungen den jeweiligen Anforderungen angepasst werden. Sogenannter Leichtbeton (z. B. Porenbeton) hat durch künstlich erzeugte Lufteinschlüsse ein besonders niedriges Gewicht bei einer hohen Wärmedämmfähigkeit. Leichtbetonsteine gibt es in unterschiedlichen Größen und auch als Sichtmauerwerk mit verschiedenen Oberflächen. Sie eignen sich besonders gut für Bauherren, die ihren Rohbau in Eigenleistung erstellen möchten: Porenbeton-Plansteine sind mit 7 bis 25 Kilo nicht nur leicht, sie lassen sich auch von handwerklich versierten Laien gut verarbeiten.

Alles bio beim Beton

Auch im Hinblick auf die Ökologie braucht sich Beton nicht zu verstecken. Alles, was man zum Anmischen des Werkstoffs benötigt, liefert die Natur. In puncto Energiebilanz steht der Baustoff ebenfalls gut da: Für die Produktion von einer Tonne Beton benötigt man nur 170 bis 220 Kilowattstunden Energie. Zum Vergleich: Bei Stahl sind es 5800 Kilowattstunden. Für ein Einfamilienhaus werden etwa 35 Kubikmeter Beton benötigt. Ein dichtes Netz von Betonwerken sorgt für kurze Lieferwege. Zudem ist Beton recyclebar. Das Altmaterial wird zerkleinert und z. B. beim Straßenbau wiederverwertet.

Es muss nicht immer grau sein

Selbst wer auf unverkleideten Sichtbeton setzt, braucht nicht mehr auf Farbigkeit zu verzichten. Beton lässt sich bei der Produktion durch die Zugabe von Pigmenten in mehr als 150 Farbtönen anmischen. Puristen dürfte das allerdings eher ein Gräuel sein. Für sie ist gerade das „ehrliche“ Grau des Sichtbetons ein besonderes gestalterisches Element. Einen Elefanten würde man ja auch nicht hellgelb einfärben wollen.