Sie müssen keine Eimer aufstellen, wenn es regnet? Das heißt nicht, dass am Dach alles okay ist. Ein Check lohnt sich. Denn das Hausdach ist der Schutzschild fürs Zuhause: Nur wenn es gut in Schuss ist, bietet es Sicherheit. Es muss extremen Wetterlagen standhalten – auch im Frühling. Nutzen Sie also die Gelegenheit, das Dach zu überprüfen.

Von außen und innen

Schon kleinere Lücken in der Eindeckung durch verrutschte oder fehlende Dachziegel können dem nächsten Unwetter genügend Angriffspunkte bieten, um es in großem Maße zu beschädigen. Sie können das Dach dafür selbst einer einfachen Sichtprüfung unterziehen. Achten Sie dabei nicht nur auf die Dachdeckung, sondern auch auf weitere Bestandteile der Konstruktion wie zum Beispiel Schornstein, Dachrinnen oder Fallrohre. Werfen Sie ebenso von innen einen Blick aufs Dach. Prüfen Sie dabei auch, ob die Dachfenster dicht sind und schauen Sie ebenso ruhig mal nach unten: Wasserecken oder Pfützen auf dem Dachboden können auf Beschädigungen hinweisen.

Den Fachmann fragen

Mit dieser Prüfung können Sie offensichtliche Schäden leicht feststellen.
 Einen detaillierten Überblick über die zu prüfenden Bauteile geben Ihnen Inspektionschecklisten, die viele Landesinnungen des Dachdeckerhandwerks im Internet anbieten. Deren Umfang macht jedoch auch deutlich: Für Laien ist es kaum möglich, den Zustand aller relevanten Bauteile beurteilen zu können.

Eigenverantwortung

Für die Inspektion und Wartung des Daches ist der Hauseigentümer selbst verantwortlich, auch während der Gewährleistungszeit eines neu erstellten Daches. Er ist verpflichtet, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, und hat eine Obliegenheitsverpflichtung gegenüber dem Sachversicherer: Wird die Wartung vernachlässigt, muss im Schadensfall der Versicherer möglicherweise nur teilweise oder gar nicht zahlen. Und das kann schnell teuer werden.

Nachweise in der Hand

Ein Wartungsvertrag mit einem Handwerksbetrieb gibt Hausbesitzern mehr Rechtssicherheit im Schadensfall. Zudem werden durchgeführte Arbeiten protokolliert und dienen als Nachweis gegenüber der Versicherung.

Führt ein Fachmann die Dachinspektion durch, hält er die Ergebnisse in einem Protokoll
 fest. Diese sind Grundlage für Wartungsarbeiten, welche bei Hausdächern in der Regel von einem Handwerksbetrieb durchgeführt werden sollten – auch wenn beispielsweise nur ein paar Dachziegel verrutscht sind. Wer eine Photovoltaik­ oder Solarthermieanlage besitzt, kann gezielt nach einer Firma suchen, die darauf spezialisiert ist. Willkommener Nebeneffekt: 20 Prozent der Handwerkerleistung können steuerlich geltend gemacht werden.

In Augenschein genommen

Das sind die typischen Ursachen und Schäden für unterschiedliche Dachformen und Dacheindeckungen.

Steildach

Der Bildausschnitt zeigt Teile eines Steildachs mit dunkelgrauen Dachziegeln, einer Regenrinne und einer roten Klinkerfassade.
Beim Steildach besonders auf Schäden der Dacheindeckung und beim Wasserablauf schauen. Foto: iStock

Kontrollieren Sie:

  • Dacheindeckung und Schneefang: Sind diese beschädigt oder locker?
  • Regenwasser: Läuft es zuverlässig ab?
  • Dachrinne: Verstopft oder ausgebeult?
  • Schornstein, Dachfenster und Lüfterrohre: Sind die Anschlüsse dicht?
  • Solaranlage: Ist diese beschädigt?

Flachdach

Der Bildausschnitt zeigt ein grau gedecktes Flachdach mit einem Schornstein; im Hintergrund ist Landschaft zu sehen.
Beim Flachdach darauf achten, dass die Dachhaut unbeschädigt ist und das Regenwasser gut abläuft. Foto: iStock

Kontrollieren Sie:

  • Dachhaut: Gibt es Haarrisse oder andere Beschädigungen?
  • Kamin, Lüfterrohre oder Gullys:
 Sind die Anschlüsse in Ordnung?
  • Regenwasser: Gibt es Stellen, an denen immer Wasser steht?

Reetdach

Das Bild zeigt den Teil eines Reetdach mit einem runden Dachfenster, der Himmel ist blau und leicht bewölkt.
Die meisten Schäden entstehen, wenn das Reetdach dauerhaft feucht ist und nicht gut trocknen kann. Foto: iStock

Kontrollieren Sie:

  • Grünbildung: Algenteppiche, Moosbesatz und Blätter verhindern das Trocknen und erhöhen die Schimmelgefahr.
  • Pilze: Wachsen im feuchten Dach und ernähren sich von der Zellulose des Reets.
  • Verschattung durch hohe Bäume: Das Dach trocknet nicht? Gegebenenfalls Bäume beschneiden.