Lohnt sich der hausgemachte Strom? Passen Solarmodule auf jedes Dach? 
Und welcher Hersteller ist der richtige? Machen Sie den Technik-Check.

Scheint die Sonne hierzulande genug?

In Deutschland beträgt die durchschnittliche jährliche Sonneneinstrahlung rund 1.000 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter. Zwar gibt es erhebliche regionale Unterschiede, doch selbst in weniger sonnenverwöhnten Regionen – etwa Teilen Mittel- und Norddeutschlands – reicht die Sonneneinstrahlung noch aus, um eine Photovoltaikanlage wirtschaftlich zu betreiben.

Die Bäume in Nachbars Garten werfen viel Schatten. Lässt sich die Anlage trotzdem betreiben?

Die dauerhafte Verschattung durch Bäume, Nachbarhäuser usw. kann den Stromertrag deutlich reduzieren. Im Zweifelsfall sollte nach einer Alternative gesucht werden, etwa dem Dach eines sonniger gelegenen Carports.

Welche Dachform ist geeignet?

Ideal sind Schrägdächer, beispielsweise Pultdächer, mit einer Dachneigung zwischen 30 und 35 Grad. Diese Neigung lässt sich mit entsprechenden Halterungen auch für Module auf Flachdächern erreichen.

Welche Ausrichtung ist am günstigsten?

Idealerweise verläuft die Dachneigung nach Süden, da hier die Energieausbeute am größten ist. Steht nur eine reine Ost- oder Westausrichtung zur Verfügung, kann die geringere Strahlungsenergie mit leistungsfähigeren Modulen oder gegebenenfalls einer größeren Fläche ausgeglichen werden. Unter www.solartechnikberater.de findet sich ein Solar-Rechner, mit dem sich ermitteln lässt, wie groß eine Anlage sein muss, um bei den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort eine gewünschte Leistung zu erzielen.

Lassen sich Solar-Module als Dacheindeckung verwenden?

Ja, für Schrägdächer gibt es die sogenannte Indach-Montage, bei der die Module die vorhandene Dacheindeckung teilweise ersetzen.

Was tun, wenn kein geeignetes Dach vorhanden ist oder wenn dessen Tragfähigkeit nicht ausreicht?

Photovoltaikmodule lassen sich auch auf Carports oder Hausvordächern installieren. Außerdem besteht die Möglichkeit, sie in die Fassade zu integrieren. Allerdings fällt dann der Ertrag um gut 25 Prozent niedriger aus. Alternative bei Problemen mit der Statik des Daches sind Dünnschichtmodule, sie haben ein geringeres Gewicht.

Braucht man eine Baugenehmigung?

Private Anlagen sind im Allgemeinen genehmigungsfrei – zumindest theoretisch. Die Praxis zeigt aber, dass es ratsam ist, sich beim zuständigen Bauamt seiner Gemeinde zu erkundigen, ob das auch dort zutrifft.

Wie groß muss die Photovoltaikanlage sein?

Zur Ermittlung der Minimalgröße orientiert man sich an der gewünschten Anlageleistung. Unter www.solarzentrum.eu findet sich ein entsprechender Rechner. Eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden benötigt demnach 40 m2. Im Hinblick auf die Einspeisevergütung sollte die Anlage aber nicht zwangsläufig nach dem eigenen Stromverbrauch bemessen werden, sondern eher nach der vorhandenen Dachfläche oder auch dem vorhandenen Investitionsvolumen.

Was ist besser: mehrere kleinere oder weniger größere Module?

Das ist nicht zuletzt eine Frage des Geldbeutels. Als Faustregel gilt: Größere Module können kostengünstiger montiert werden, erlauben aber weniger Varianten bei der Anordnung.

Wie lassen sich Herstellerangebote vergleichen?

Richtig vergleichen lassen sich die Angebote nur, wenn sie auch ähnliche Positionen enthalten. Achten Sie deshalb besonders auf die angegebenen Wirkungsgrade, Nennleistungen usw. der aufgeführten Anlagenbestandteile inklusive Leitungen sowie auf die Gewährleistungszeiten. Eine zusätzliche gut vergleichbare Größe: Das Angebot sollte auflisten, auf welchen Preis pro Kilowatt Peak (entspricht 1.000 Watt) die jeweilige 
Anlage kommt. Diese Angabe sollten Sie gegebenenfalls erfragen.

Was kostet eine Photovoltaikanlage und wie hoch sind die jährlichen Betriebskosten?

Die Anschaffungskosten sind abhängig von der Qualität der Solarmodule und des Wechselrichters, der Länge der benötigten Kabel, der Art des Montagesystems usw. Ein Richtwert: Eine Anlage mit einer Leistung von 5 Kilowatt Peak für ein normales Einfamilienhaus kostet komplett mit Montage etwa 8.700 Euro. An Betriebskosten fallen unter anderem eine unbedingt zu empfehlende Haftpflicht- und Photovoltaikversicherung, Reinigung und Rücklagen für Reparaturen an. Laut Solarexperten ist auf der sicheren Seite, wer mit Betriebskosten von maximal 800 Euro jährlich für obige Anlage kalkuliert.

Braucht man einen besonderen Blitzschutz?

Absolut, denn bei einem Einschlag könnte sonst die Anlage kaputtgehen. Zudem verlangen die meisten Versicherer bei Abschluss einer Photovoltaikanlagen-Versicherung, dass ein Blitzschutz installiert ist.

Werden private Anlagen gefördert?

Für die Anschaffung gibt es Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen der KfW Bankengruppe (www.kfw.de) und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle 
(www.bafa.de) sowie die staatliche Einspeisevergütung.

Wie hoch ist die Einspeisevergütung?

Der Staat vergütet auch den von Privatleuten ins Netz eingespeisten Strom. Die Höhe der aktuellen Vergütungen wird regelmäßig auf der Website der Bundesnetzagentur (www.bundesnetzagentur.de) veröffentlicht. Sie richtet sich nach Anlagengröße und Installationszeitpunkt. Für Anlagen bis 10 Kilowatt Leistung mit Betriebsstart im März 2015, liegt der Vergütungssatz zum Beispiel bei 12,5 Cent pro Kilowattstunde (Stand: 21. April 2015).

Muss ein besonderer Stromzähler installiert werden?

Es müssen sogar zwei sein, wenn Strom in das öffentliche Netz eingespeist werden soll: ein Einspeisezähler, der nur die Strommenge misst, die in das Netz abgegeben wird, sowie ein Ertragszähler. Er misst den gesamten von der Anlage produzierten Strom.

Ob und wann die Anlage ihre Kosten einspielt, ist unter anderem abhängig
von ihrer Leistung und der Entwicklung des Strompreises. Wer genau weiß, welche Anlage für ihn in Betracht kommt, kann ihre Wirtschaftlichkeit mit einem Prognoserechner im Internet
ermitteln. Einen verlässlichen Rechner bietet die Energieagentur Nordrhein-Westfalen: www.energieagentur.nrw.de/tools/solarrechner