Wohnraum ist knapp. In Großstädten und anderen angesagten Lagen hat sich die Situation in den vergangenen Jahren zugespitzt. Ist es also eine sichere Sache, in Wohneigentum zu investieren und unter die Vermieter zu gehen? Probleme, Mieter zu finden, sollte man schließlich nicht haben. Und die sicheren Einnahmen decken bestimmt nicht nur die Rückfinanzierung, sondern werfen auch noch etwas Gewinn ab. Aber Moment – ganz so einfach funktioniert das nicht. Denn nicht nur für Mieter, sondern auch für angehende Wohnungseigentümer hat sich der Markt in den vergangenen Jahren stark verändert.

„Das Verhältnis von Kaufpreis zu Mieteinnahmen ist mancherorts nicht mehr optimal“, berichtet Alexander Krolzik, Abteilungsleiter Immobilienfinanzierung, Bau- und Kaufvertrag bei der Verbraucherzentrale Hamburg. „In beliebten Gegenden werden mittlerweile zwischen 4.000 und 6.500 Euro und mehr pro Quadratmeter genommen.“ Für eine Vierzimmerwohnung inklusive Nebenkosten ist man so schnell bei 500.000 Euro. Eine enorme Summe, die erst einmal finanziert werden will. Zumindest für alle, die sie nicht auf dem Tagesgeldkonto haben.

Schnelles Geld ist nicht zu erwarten

„Solch hohe Investitionen rentieren sich oft erst nach 20 bis 30 Jahren“, sagt Krolzik. Schnelles Geld und übermäßig große Gewinne sollte also angesichts hoher Kaufpreise niemand erwarten. Das war vor gar nicht langer Zeit noch anders. Dennoch ist eine Eigentumswohnung nach wie vor eine solide Wertanlage, besonders wenn sie in einem Trend-Kiez liegt. Denn wer dort eine Immobilie sein Eigen nennen darf, profitiert natürlich von den steigenden Quadratmeterpreisen.

Auch wenn es für die Zukunft wahrscheinlicher ist, dass diese sich weniger schnell verteuern als zuletzt.

Wie steht es aber um Investitionen in Gegenden, die (noch) abseits der hippen Viertel liegen? Dort sind die Preise niedriger und auf eine baldige Aufwertung lässt sich hoffen. Also genau das Richtige für diejenigen, die nicht eine halbe Million Euro zahlen wollen oder können? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Krolzik erklärt: „Man sollte bei der Suche nach einem geeigneten Objekt immer beachten: Je besser die Infrastruktur ist, desto mehr potenzielle Mieter werden Interesse zeigen.“ Für ältere Leute sind Supermärkte, die Bank und Ärzte in der Umgebung sehr wichtig; für junge Familien Kitas oder Schulen, Spielplätze und andere Freizeitmöglichkeiten. Wessen Wohnung das erfüllt, der hat gute Chancen, zufriedene und seriöse Mieter zu finden – auch abseits von Trendbezirken.

Wohlüberlegtes Geschäftsmodell statt fixer Idee

Eine genaue Beobachtung des Marktes vorab ist somit unerlässlich. Zumal jemand, der sich entschlossen hat, eine Wohnung zu kaufen, dieser für lange Zeit treu bleiben sollte. Denn wer nach nur wenigen Jahren die Immobilie wieder loswerden will und seinen Kredit aufkündigen muss, geht ein hohes finanzielles Risiko ein. Allein weil für Letzteres Strafzahlungen fällig werden. Das Vorhaben, unter die Vermieter zu gehen, sollte also besser keine fixe Idee als Grundlage haben, sondern ein wohlüberlegtes Geschäftsmodell.