Bei Immobilienverträgen schreibt der Gesetzgeber die Mitwirkung eines Notars vor. Hier erfahren Sie, warum das auch sinnvoll ist und was die Juristen leisten.

„Pacta sunt servanda.“ Oder für alle Nichtlateiner: Verträge sind einzuhalten. Dieses aus dem Mittelalter bekannte Prinzip der Vertragstreue ist nach wie vor ein elementarer Grundsatz unseres Rechtssystems.

Für komplexe Angelegenheiten wie Immobilienkäufe reicht er allerdings nicht mehr aus. Hierfür stellt der Gesetzgeber heute eine zusätzliche Bedingung: die Beteiligung eines Notars, der Rechtssicherheit garantieren und durch klare Formulierungen Streitigkeiten verhindern soll.

Der Notar ist – anders als zum Beispiel ein Anwalt – Träger eines öffentlichen Amtes und streng zur Überparteilichkeit verpflichtet. Notarielle Urkunden sind bindend, darin enthaltene Ansprüche können sofort geltend gemacht werden.

Diese Aufgaben übernimmt der Notar

Ohne Beurkundung durch einen Notar bleibt der Kauf einer Immobilie rechtlich also unwirksam. Was aber macht ein Notar genau? Zunächst verfasst er einen maßgeschneiderten Vertrag, der die Wünsche von Käufer und Verkäufer berücksichtigt. Die Inhalte müssen klar formuliert sein und bei Bedarf erläutert werden – der Notar hat eine Belehrungspflicht.

Ist der Vertrag von beiden Parteien akzeptiert und unterschrieben, wickelt der Notar den Kauf ab. Er sorgt dafür, dass Käufer und Verkäufer keine ungesicherten Vorleistungen erbringen. Ein Beispiel: Der Verkäufer verliert das Eigentum erst dann, wenn er dafür den Kaufpreis erhält. Dazu kann der Notar das Geld des Käufers zunächst als Treuhänder verwalten, bis alle Formalitäten abgeschlossen sind.

Oder er lässt eine sogenannte Auflassungsvormerkung eintragen, eine Art Reservierungsvermerk im Grundbuch, und stellt eine Fälligkeitsermittlung an den Käufer.

Abschließend veranlasst der Notar die Eintragung ins Grundbuch – die Übertragung des Eigentums ist damit vollzogen.

Notarkosten: 1,5 Prozent des Kaufpreises

Notarielle Urkunden sind zwar rechtmäßig, wirtschaftlich fair müssen sie aber nicht zwingend sein. Der Notar beurteilt zum Beispiel nicht, ob der Kaufpreis einer Immobilie angemessen ist. Wenn Sie sich hierbei unsicher sind, kann ein Wertgutachten weiterhelfen.

Die Kosten für den Notar übernimmt in der Regel der Käufer. Dabei sollten etwa 1,5 Prozent des Kaufpreises für Notar- und Grundbuchkosten eingeplant werden. Nach einem besonders günstigen Notar brauchen Sie übrigens nicht zu suchen: Die Gebühren sind im bundesweit einheitlichen Gerichts- und Notarkostengesetz festgelegt und deshalb bei allen deutschen Notaren gleich.

Beispielrechnung

Beim Kauf einer Eigentumswohnung zum Preis von 160.000 Euro können folgende Notarkosten anfallen (ohne Grundbuchgebühren):

  • Für Entwurf und Beurkundung des Vertrages sowie für die rechtliche Beratung: 762,00 Euro
  • Für den Vollzug (Einholung, Entwurf der Genehmigungen und Löschungsbewilligungen): 190,50 Euro
  • Für die Betreuung (Überwachung der Kaufpreiszahlung und der Eigentumsumschreibung): 190,50 Euro
  • Für die Abwicklung des Vertrages über ein sog. Notar-Anderkonto: 381,00 Euro
  • Dazu kommen Auslagen für Porto und Telekommunikation sowie 19 Prozent Mehrwertsteuer.
  • Stellt die abzulösende Bank Treuhandauflagen für die Löschung der Grundschuld, kann zusätzlich eine Treuhandgebühr anfallen.

Gewinnspiele & Aktionen

Hier können Sie regelmäßig hochwertige Preise gewinnen – jeweils zum Themenschwerpunkt Planen & Bauen, Einrichten & Gestalten, Garten & Grund oder Tipps & Trends.