Rund 20 Stunden am Tag verbringen wir in geschlossenen Räumen. Die Experten für Wohngesundheit sorgen dafür, dass es uns dort auch wirklich gut geht. Dabei gilt es wichtige Dinge auch schon in der Planungsphase zu beachten.

Zuhause – das ist der Ort, an dem wir uns sicher und geborgen fühlen. Theoretisch. Denn in der Praxis ist unser Verhältnis zu den eigenen vier Wänden oft im wahrsten Wortsinn belastet. Kein Wunder: In den vergangenen Jahrzehnten wurden immer mehr Baumaterialien und Hilfsstoffe verbaut, und ohne den Einsatz von Chemie ging fast gar nichts mehr. Auch die Natur kann im eigenen Heim gnadenlos zuschlagen. Wenn Luftfeuchtigkeit auf kalte Flächen trifft, entsteht in geschlossenen Räumen „Niederschlag“. Dieses sogenannte Kondenswasser ist ein idealer Nährboden für Bakterien und Milben, schlimmstenfalls gedeihen hier auch Schimmelpilze prächtig. Die lästigen Mitbewohner können einen buchstäblich krank machen: Viele Menschen, die über Kopfschmerzen, Schleimhautentzündungen, Übelkeit, Atemwegserkrankungen und Allergien klagen, leiden in erster Linie an mangelnder Wohngesundheit. Ein Baubiologe, der den Beschwerden auf den Grund geht, kann da oft besser und vor allem nachhaltiger helfen als der Hausarzt.

Ursachenforschung geht ins Detail

Um herauszufinden, was im Einzelnen wo sein Unwesen treibt, rückt der Experte mit modernen Messgeräten an. Erster Schritt seiner Ermittlung: Die Wohnbedingungen werden analysiert – und zwar nach allen Regeln der Kunst. „Betroffene sollten darauf achten, dass der Experte tatsächlich eine wissenschaftliche Untersuchung vornimmt und nicht mit der Wünschelrute anrückt“, betont Frank Mehlis, Baubiologe und Vorstand des Verbands Baubiologie.

Ein kompetenter „Wohn-Detektiv“ muss Kenntnisse in Physik, Mikrobiologie und Chemie mitbringen. Während der Spurensuche werden zum Beispiel Feuchtigkeitsmessungen durchgeführt und Proben der Raumluft und des Hausstaubs genommen. Zu den häufigsten baubiologischen Problemfällen gehört – vor allem in alten Gebäuden – in der Tat der Schimmelpilz. Wer mit ihm lebt, lebt riskant: „Seine Gifte schwächen das menschliche Immunsystem, das heißt, man wird häufiger krank“, erklärt Frank Mehlis.

Von Anfang an Gesund planen

Baubiologen sind aber nicht nur zur Schadensbegrenzung da – sie stehen auch zur Vorsorge zur Verfügung. Wer bauen will, sollte daher bereits in der Planungsphase einen Experten einbeziehen, der rechtzeitig auf mögliche Schadstoffquellen hinweisen kann. Dabei geht es auch um die Auswahl der richtigen Bau- und ­Ausbaustoffe. Mit kompetenter Beratung lassen sich Baufehler und damit aufwendige nachträgliche Maßnahmen vermeiden. Nicht jeder Baubiologe verfügt aber über die nötige Ausbildung und Erfahrung. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt, das bedeutet, im Prinzip darf sich jeder so nennen. Ausgebildete Fachleute in der Nähe Ihres Wohnorts finden Sie daher am besten über Verbände und Institutionen der Umweltanalytik.

Hier finden Sie die Experten

Auskunft zum Thema Wohngesundheit geben die unten genannten Verbände. Bei Fragen zu gesundem Bauen, Wohnen und Einrichten können sich Hilfesuchende auch an das „Gesünder-wohnen-Telefon“ wenden.

Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute | Energie und Umweltzentrum 1, 31832 Springe-­Eldagsen,

Tel. 05044 97575, www.agoef.de

Verband Baubiologie | Maxstr. 59, 53111 Bonn, Tel. 0228 96399258, www.verband-baubiologie.de Berufsverband Deutscher Baubiologen | Reindorfer Schulweg 42, 21266 Jesteburg, „Gesünder-wohnen-Telefon“: Tel. 0800 2001007 (gebührenfrei, mo–fr 9–17 Uhr), www.baubiologie.net