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Gütesiegel

Welche Gütesiegel gibt es für gesunde Baustoffe?

Prüfsiegel und Qualitätslabel gibt es viele. Doch nicht alle sind aussagekräftig. Foto: Fotolia
Prüfsiegel und Qualitätslabel gibt es viele. Doch nicht alle sind aussagekräftig. Foto: Fotolia

Viele Baustoffhersteller lassen sich die vermeintliche Top-Qualität ihrer Produkte mit Prüfzeichen bescheinigen. Hier lesen Sie, welchen Gütesiegeln Sie auf jeden Fall vertrauen können.

Beim Einkauf von Lebensmitteln ist es inzwischen relativ einfach: Ein einheitliches Gütesiegel weist den Weg zu kontrolliert biologisch erzeugten Produkten. Komplizierter ist die Auswahl unbedenklicher Einkäufe bei Baustoffen, denn für den Bereich Wohnen und Bauen gibt es eine unüberschaubare Zahl von Gütezeichen, Prüfsiegeln und Labeln. Sie sollen zum Beispiel die gesundheitliche Unbedenklichkeit oder umweltfreundliche Eigenschaften eines Produkts bescheinigen. Doch: „Manches sogenannte Umweltzeichen verdient die Bezeichnung nicht“, warnt das vom nordrhein-westfälischen Verbraucherministerium initiierte Aktionsprogramm „Umwelt und Gesundheit“. Der Bundesverband kritischer Verbraucher „Verbraucher Initiative e.V.“ hat rund 300 der etwa 1.000 im Umlauf befindlichen Zeichen für verschiedenste Produkte in Bezug auf ihre tatsächliche Aussagekraft unter die Lupe genommen. Hier stellen wir Ihnen die von der Initiative als empfehlenswert eingestuften Siegel für den Baustoffbereich vor. Abbildungen der Zeichen finden Sie in unserer Bildergalerie.

Blauer Engel

Den „Blauen Engel“ tragen diverse Baustoffe, Farben, Kleber usw. Mit dem Umweltzeichen werden Produkte ausgezeichnet, die in ihrer jeweiligen Produktgruppe als besonders umweltfreundlich herausragen. Am Vergabeverfahren beteiligt sind das Bundesumweltministerium, das Umweltbundesamt, das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung (RAL) und eine Jury u. a. aus Politik-, Verbands-, Gewerkschafts- und Industrievertretern. www.blauer-engel.de

Europäisches Umweltzeichen

Das Europäische Umweltzeichen („Umweltblume“) kennzeichnet harte Bodenbeläge (z. B. Marmor) bzw. Bodenplatten, die ressourcenschonend hergestellt wurden und emissionsarm sind. Kriterien für die Vergabe sind z. B., dass bei der Produktion keine Gewässer beeinträchtigt werden und dass Ausgleichsmaßnahmen für Steinbrüche in Schutzgebieten geschaffen werden. Außerdem gibt es Grenzwerte für Schwermetalle, Energieverbrauch und Emissionen. Herausgeber ist die Europäische Kommission. www.eco-label.com

natureplus

Das Zeichen „natureplus“ wird für Dachziegel, Dämmstoffe, Holz und Holzwerkstoffplatten sowie Wandfarben vergeben. Es basiert auf ökologischen und gesundheitlichen Kriterien, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen. Berücksichtigt wird der Produktzyklus von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung. Das Zeichen wird vom „Verein für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen – natureplus“ vergeben, der von verschiedenen Interessengruppen (z. B. Umweltorganisationen, Baubiologen) getragen wird. www.natureplus.de

eco-Institut

Das eco-Institut-Label kennzeichnet Holzfußböden, Laminat und Paneele, die auf Schadstoffe und Emissionen geprüft und über die gesetzlichen Vorgaben hinaus als gesundheitlich unbedenklich eingestuft wurden. Das Institut führt dafür umfangreiche Laborprüfungen durch. Bei Tropenhölzern wird für die Vergabe außerdem die Holzherkunft berücksichtigt. www.eco-institut.de

Naturland

„Naturland – Verband für ökologischen Landbau“ ist ein basisdemokratischer Bauernverband. Das Naturland-Zeichen kennzeichnet u. a. umweltschonend produzierte Holzprodukte. Die Vergabe basiert auf anspruchsvollen ökologischen Aspekten, die weit über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen. Berücksichtigt werden unter anderem die Holzherkunft, die Verarbeitung, die Verpackung und der Transport. Es dürfen auch keine gentechnisch veränderten Pflanzen verwendet werden. www.naturland.de

FSC-Zertifikat

Der „Forest Stewardship Council“ (FSC) ist eine internationale, gemeinnützige Organisation mit Arbeitsgruppen in 43 Ländern. Sie besteht aus Vertretern von Umweltorganisationen, Sozialverbänden und Unternehmen. Das FSC-Siegel kennzeichnet Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft. Die Vergabekriterien sind in zehn weltweit gültigen Prinzipien festgelegt, die Ökologie, soziale Belange und ökonomische Ansprüche berücksichtigen. Sie beziehen sich allerdings ausschließlich auf die Holzerzeugung und nicht auf die ökologische Qualität des Endprodukts. www.fsc-deutschland.de

Gütesiegel Kork

Das Kork-Logo kennzeichnet Bodenbeläge, die zu mehr als 90 Prozent aus Naturkork bestehen. Sie müssen außerdem ökologisch und gesundheitsverträglich produziert worden sein. Im Vordergrund steht dabei die Minimierung der Schadstoffe in den Korkböden. Neben den Anforderungen an das Endprodukt werden Umweltaspekte entlang des Produktionswegs berücksichtigt. Vergeben wird das Kork-Logo vom Deutschen Korkverband. www.kork.de

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