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Marder lebt unterm Dach: So werden Sie ihn los
Foto: Shutterstock

Seit Monaten lebt ein Marder unter meinem Hausdach und ich werde ihn einfach nicht los. Ob Kammerjäger, Ultraschallgeräte oder laute Musik: Nichts hilft. Haben Sie einen Tipp?

Der Steinmarder ist, im Gegensatz zum Baummarder, ein Kulturfolger, der sich in Hausdächern und Autos sehr wohlfühlt. Allein an Fahrzeugen verursachen Marder einen Schaden von jährlich circa 60 Millionen Euro. Diese Zahl zeigt sehr eindrucksvoll, wie wenig empfohlene Mittel, wie zum Beispiel WC-Steine, Hundehaare, Sprays und viele andere, tatsächlich nutzen.

In Hausdächern werden Dämmungen und Folien zerbissen und die Hinterlassenschaften, wie zum Beispiel Nahrungsmittelvorräte in Form von toten Tieren, sorgen für üble Gerüche und sind wenig hygienisch. Zudem rauben die nachtaktiven Gesellen Ihnen den Schlaf. Keine Frage, das Problem muss gelöst werden.

Da Ihr Kammerjäger keine Abhilfe schaffen konnte, sollten Sie selbst versuchen, den Marder loszuwerden. Doch Vorsicht! Sie dürfen den Störenfried nicht töten, fangen oder sonst irgendwie zu Leibe rücken. Es sei denn, Sie gehören zu den wenigen, die einen Jagdschein besitzen. Dann dürfen Sie sich außerhalb der Schonzeit auf die Lauer legen. Für die meisten gilt es jedoch, das Tier zu vertreiben.

Illustration: C3 Visual Lab

Dabei hilft zunächst eine Wildkamera, um herauszufinden, wie der Eindringling in Ihr Dach kommt: Diese zeichnet auch bei absoluter Dunkelheit alle Aktivitäten rund um Ihr Gebäude zuverlässig auf. Achten Sie zudem auf Spuren, wie Kratzer an Dachrinnen und Blechverwahrungen, und legen Sie Flächen mit Sägespänen oder Sand an. Daran können Sie die nächtlichen Wege Ihres Untermieters erkennen.

Seien Sie geduldig, Ihr Kontrahent ist ein schlaues Kerlchen. Haben Sie alle Schwachstellen am Haus gefunden, vergewissern Sie sich anhand der aktuellen Kamerabilder, dass der Marder außer Haus ist und verschließen Sie alle Zugänge. Gleichzeitig sollten alle Aufstiegshilfen, wie zum Beispiel Fallrohre, mit Marderabwehrgürtel abgesichert und Äste, die näher als zwei Meter an Ihr Dach heranragen, zurückgeschnitten werden.