Fresko eines altrömischen Gartens vom Anwesen des Kaisers Augustus in Rom.

Ein Garten wie bei den alten Römern

Wärmere Sommer und mildere Winter machen es möglich: Hierzulande gedeihen immer mehr Pflanzen aus dem Mittelmeerraum. Mit unseren Tipps klappt es.

Lavendel, Rosmarin und Thymian haben sich in deutschen Gärten längst etabliert. Wir zeigen Ihnen, welche weiteren mediterranen Pflanzen sich mittlerweile bei uns wohlfühlen. Dabei haben wir Arten ausgewählt, die bereits zur Zeit der alten Römer im Mittelmeerraum verbreitet waren. Aufgrund dieser Herkunft bevorzugen sie in der Regel sonnige, warme Standorte sowie eher magere Böden. Dafür mögen sie keine Staunässe oder lang anhaltende Winterkälte.

Ebenfalls gut zu wissen: Einige wärmeliebende Arten könnten sich aufgrund der veränderten Klimabedingungen in Deutschland ausbreiten. Viele der hier vorgestellten Pflanzen bieten dabei auch heimischen Insekten und Vögeln Nahrung und Lebensräume. Übrigens lassen sich alle gezeigten Arten im Kübel kultivieren, einige wachsen aber auch im Freiland gut. Genaueres dazu auf den folgenden Seiten.

Granatapfel (punica granatum)

Zeichung eines Granatapfelzweigs mit Blüte und Frucht.
© Getty Images

Die großen, runden Früchte sehen spektakulär aus und schmecken mit ihrer süß säuerlichen Note sehr lecker. Das gilt auch für die Früchte von gut gepflegten Kübelpflanzen.

Standort:
Freiland möglich; vollsonnig und windgeschützt

Boden/Erde:
locker, durchlässig, mit hohem mineralischem Anteil (Sand, Lavasplitt, Blähton)

Dünger:
von März bis August ca. alle zwei Wochen Flüssigdünger

Bewässerung:
im Sommer regelmäßig gießen, Staunässe und längere Trockenheit vermeiden

Überwintern:
im Freiland frostverträglich bis etwa – 5 °C; Kübelpflanzen vor Frost in unbeheizten, hellen Raum bringen

Olivenbaum (Olea europaea)

Zeichnung eines Olivenzweigs mit Olivenfrüchten.
© Shutterstock

Wohl kein Baum steht so sehr für den Mittelmeerraum wie der Olivenbaum.
Tipp: Sorten wie die Leccino sind selbstfruchtbar und benötigen keinen zweiten Baum, damit Früchte wachsen.

Standort:
im Freiland nur in Regionen mit höchstens – 5 °C empfehlenswert; sonnig, warm und windgeschützt

Boden/Erde: 
nährstoffarm, z. B. Sandböden oder steinige Böden

Dünger:
vom Mai bis September zweimal im Monat Kübelpflanzendünger geben

Bewässerung:
sparsam gießen, Staunässe verhindern

Überwintern:
im Kübel helles Winterquartier bei etwa 5 bis 8 °C; Wurzelballen vor starkem Frost und Austrocknung schützen

Zitronatzitrone (Citrus medica)

Zeichnung eines Zitronenzweigs mit Zitronenfrucht.
© Shutterstock

Zitronatzitronen können im Kübel eine Höhe von bis zu drei Metern erreichen. Ihre Früchte lassen sich ähnlich wie die anderer Zitronensorten verwenden.

Standort:
nur Kübel; sonnig, wind- und regengeschützt

Erde: 
torffrei und lehmig-humos; mit guter Drainage

Dünger:
von April bis August wöchentlich mit Zitrusdünger; von September bis März nur alle 2 bis 3 Wochen

Bewässerung:
mäßig gießen

Überwintern:
vor Frost ins helle Winterquartier mit 5 bis 15 °C bringen

Feige (Ficus carica)

Zeichnung eines Feigenbaumszweigs mit Feigenfrucht.
© Getty Images

Frische Feigen sind etwa pflaumengroß und schmecken intensiv süß. Sorten wie Brown Turkey sind selbstfruchtbar, sodass kein zweiter Baum erforderlich ist.

Standort: 
auch Freiland: idealerweise an Südwand oder in Innenhof; sonnig und windgeschützt

Boden:
tiefgründig und durchlässig

Dünger:
zwischen April und September dreimal mineralischer Volldünger

Bewässerung:
jüngere Pflanzen regelmäßig kräftig gießen, ältere nur gelegentlich bei Trockenheit

Überwintern:
Sorten wie Brown Turkey, Perretta und Michurinska-10 halten Temperaturen bis zu -15 °C aus; Wurzeln mit Mulchschicht schützen, junge Pflanzen mit Gartenvlies

Mandelbaum (Prunus dulcis)

© Shutterstock

Essbare Süßmandeln liefert die Varietät Prunus dulcis var. dulcis. Sorten wie „Lauranne” und „Princesse Amanda” sind selbstfruchtbar. Achtung: Bittermandeln hingegen sind roh giftig!

Standort:
auch Freiland: ideal vor Mauer oder in Innenhof; sonnig bis leicht schattig, warm

Boden:
gut durchlässig, leicht kalkhaltig

Dünger:
regelmäßig mit organischem Obstdünger oder Hornspäne; Start vor Austrieb im März, ab August pausieren

Bewässerung:
Staunässe vermeiden; bei Trockenheit gießen

Überwintern:
Freiland: Wurzeln junger Bäume mit Laub schützen, ältere halten etwa – 20 °C aus; Kübel: bei 5–10 °C in hellem Raum

Weitere Pflanzen

Ob Blütenpracht, Palme oder Nadelbaum: Hier drei weitere Vorschläge, wie Sie Ihren Garten in ein kleines Mittelmeerparadies verwandeln können.

Oleander (Nerium oleander) ist ein Zierstrauch mit üppigen Sommerblüten. In Deutschland braucht er viel Sonne, regelmäßiges Gießen und Düngen. Da er frostempfindlich ist, sollte er im Kübel kultiviert werden und frostfrei überwintern.

Die Zwergpalme (Chamaerops humilis) ist eine kompakte Fächerpalme und die einzige in Europa heimische Palmenart. Sie braucht einen warmen, sonnigen Standort und durchlässige Erde. Leichter Frost ist vertretbar, in kalten Regionen nur im Kübel.

Die Mittelmeer-Zypresse (Cupressus sempervirens) ist ein immergrüner, schmaler, säulenfömiger Nadelbaum. Er benötigt einen vollsonnigen und windgeschützten Standort. Für Freiland und im Kübel gleichermaßen geeignet.

Noch mehr mediterranes Flair im Garten

Sonnensegel bieten wertvollen Schatten und bringen ein Hauch von Mittelmeer in den heimischen Außenbereich.

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