Kind spielt auf dem Boden mit Fußbodenheizung.

7 Fakten, die Sie über Fußbodenheizungen wissen sollten

In fast 90 Prozent aller Neubauten werden Fußbodenheizungen verlegt. Warum sind sie so beliebt? Wie unterscheiden sich wassergeführte und elektrische Modelle? Und lohnt sich das Nachrüsten im Altbau? Wir klären alle wichtigen Fragen.

1. Kosten

Die Installationskosten für wassergeführte Systeme hängen vom Material, vom Aufwand für den Zuschnitt und von der gewählten Regeltechnik ab. Im Neubau liegen sie nach Angaben der Beratungsgesellschaft co2online grob bei ca. 40 bis 100 Euro pro Quadratmeter.

Für Nachrüstungen im Altbau müssen Bodenbeläge entfernt werden, teils auch Rohre. Manchmal muss zudem Estrich aufgestemmt werden. Hier müssen Sie mit 60 bis 140 Euro pro Quadratmeter rechnen. Großer Vorteil sind die Betriebskosten: Sie liegen wegen der niedrigen Vorlauf temperatur im Schnitt 10 bis 20 Prozent unter denen von herkömmlichen Heizkörpern.

Gut zu wissen: Der nachträgliche Einbau einer Fußbodenheizung kann vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert werden.

2. Technik

Zunächst wird auf dem Beton- oder Estrichboden eine Dämmschicht aufgebracht, die Wärmeverluste nach unten verhindert. Bei den besonders weitverbreiteten wassergeführten Modellen (im Unterschied zu Elektrosystemen) werden Kunststoff- oder Kupferrohre verlegt, die anschließend mit Estrich umschlossen oder durch Trockenbaukonstruktionen abgedeckt werden.

Beim Betrieb zirkuliert warmes Wasser durch die Rohre und erzeugt überwiegend
Strahlungswärme, die den Raum gleichmäßig heizt. Strahlungswärme erwärmt nicht die Raumluft, sondern – ähnlich wie Sonnenlicht – Körper und Objekte. Viele Menschen empfinden diese Wärme als angenehm. Allerdings sind Fußbodenheizungen relativ träge: Das Aufheizen dauert etwa zwei bis drei Stunden, dafür hält sich die Wärme nach Abschaltung länger.

3. Effizienz

Fußbodenheizungen reicht eine niedrige Vorlauftemperatur – das ist die Temperatur, mit der das Wasser in den Heizkreislauf eintritt. Während klassische Heizkörper eine Vorlauftemperatur von 60 bis 70 Grad Celsius benötigen, kommen Fußbodenheizungen mit 30 bis 40 Grad aus. Das spart Energie und Heizkosten, insbesondere bei guter Dämmung. Besonders effizient arbeiten Fußbodenheizungen darum in Kombination mit Wärmepumpen, die auf großflächige Heizungen und niedrige Vorlauftemperaturen ausgelegt sind.

Illustration die einen Querschnitt durch eine Fußbodenheizung zeigt.
Warmes Wasser fließt durch die Rohre, diese erwärmen den sie umgebenden Estrich – und schließlich den Fußboden.

4. Fußbodenbelag

Ideal sind Bodenbeläge mit hoher Wärmeleitfähigkeit, etwa Fliesen oder Naturstein. Dünnes Vinyl oder Laminat sind ebenfalls geeignet, müssen jedoch als „für Fußbodenheizung geeignet“ gekennzeichnet sein. Bei Parkett müssen Sie genau hinschauen, denn einige Holzarten können sich durch die Wärme verziehen, insbesondere Massivhölzer, empfehlenswert sind Eiche und Nussbaum.

Teppiche und Korkböden sollten nicht mit Fußbodenheizungen kombiniert werden, da sie Wärmeblockieren. Achten Sie auf einen niedrigen Wärmedurchlasswiderstand – idealerweise unter 0,15 m²K/W.

5. Elektrosysteme

Elektrische Fußbodenheizungen bestehen aus Heizmatten, -folien oder -kabeln, die unter dem Bodenbelag verlegt und durch Strom erwärmt werden. Anders als wassergeführte Modelle reagieren sie schnell, allerdings verfliegt die erzeugte Wärme ebenso schnell wieder. Zudem kann die Temperaturverteilung ungleichmäßig sein.

Die Installation ist weniger aufwendig, weil keine Wasserrohre angeschlossen werden. Beim Nachrüsten entfällt zudem das Aufstemmen des Estrichs, weswegen Elektrosysteme vor allem bei Sanierungen verwendet werden. Im Neu- und im Altbau können die Kosten laut co2online für die preisgünstige Lösung mit Folien zwischen 20 bis 100 Euro pro Quadratmeter liegen.

Die Betriebskosten betragen mit 30 bis 50 Euro pro Quadratmeter ein Mehrfaches von anderen Energieträgern. Mit einer eigenen PV-Anlage fällt die Rechnung etwas besser aus (siehe „Photovoltaik“). Grundsätzlich aber gilt: Elektrische Fußbodenheizungen lohnen sich nicht, um ganze Wohnungen zu beheizen, sondern nur für kleine, punktuell genutzte Räume, etwa Badezimmer.

Mutter steht mit Kind im Esszimmer.
© GettyImages

6. Haustiere

Katzen, Hunde und andere Haustiere genießen in der Regel warme Böden. Ideal sind Oberflächentemperaturen von 24 bis 26 Grad. Achtung: Temperaturen ab 29 Grad Celsius können für Tiere unangenehm oder sogar schädlich sein.

7. Photovoltaik

Wenn Sie eine PV-Anlage mit einer Wärmepumpe kombinieren, holen Sie das Maximum an Effizienz aus ihrer Fußbodenheizung heraus. Denn Wärmepumpen erzeugen Heizwärme aus der Wärme von Luft oder Erdreich, ganz ohne Einsatz von fossilen Energieträgern. Lediglich für mechanische Prozesse benötigen sie Strom – den Sie mit selbst erzeugtem Solarstrom günstig und klimafreundlich abdecken können.

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