Um nachträglich eine Markise an einem Wärmedämmverbundsystem zu befestigen, müssen Sie vorher zwei Dinge klären: Welches Material hat der tragende Untergrund und für welchen Windwiderstand ist Ihre Markise ausgelegt? Bei einer schweren Sturmböe mit einer Windgeschwindigkeit von 90 km/h und einer Stofffläch von 8 m² zerrt der Wind mit ca. 300 kg Last an der Konstruktion. Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig eine solide Befestigung auch bei schwächerem Wind ist. Da das WDVS nicht genügend Druckfestigkeit besitzt, muss die Befestigung immer in der Wand oder an der Decke dahinter erfolgen. Falls nicht klar ist, um welchen Untergrund es sich dabei handelt, kann das Bohrmehl einer kleinen Probebohrung Aufschluss geben. Grau = Beton, rot = Ziegel, weiß = Kalksandstein oder Porenbeton. Vorsicht bei ruckartigem Bohrverlauf, dann kann es sich um Hohlblocksteine handeln!
Fragen Sie beim Markisenhersteller, welches Befestigungssystem er für Ihren Untergrund empfiehlt. Bei der Montag werden in der Regel zuerst Metallhülsen mit Gewindestäben in den tragenden Untergrund gesetzt und darauf dann die Halterungen für die Markise auf dem WDVS befestigt. Achten Sie auf eine entsprechende Zulassung des Systems und halten Sie sich bei der Ausführung genau an die Angaben des Herstellers. Die Bohrlöcher müssen sauber und staubfrei sein. Berechnen Sie bei der Montage auch die Neigung der Markise mit ein, damit auch bei voll ausgefahrenem Tuch noch genügend Durchgangshöhe bleibt. Der Einbau eines Windwächters bietet Ihnen zusätzliche Sicherheit, falls Sie mal vergessen haben, die Markise einzufahren, und ein Sturm aufkommt.
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