Das hilft gegen Wasser
Land unter – und das Haus gleich mit?
Starkregen lässt Bäche und Flüsse über die Ufer treten, andernorts überfordert die schiere Menge an Wasser die Kanalisation. Die Folgen: Im schlimmsten Fall werden Haus und Grund überschwemmt. Mit diesen Maßnahmen lässt sich das Risiko verringern:
Draußen – Maßnahmen auf dem Grundstück
Versickerungsflächen schaffen
Je mehr Regenwasser etwa in Kiesstreifen oder Rasenflächen auf dem Grundstück versickern kann, desto weniger belastet es Kanalisation und Gebäude. Spezielle Rigolen, unterirdisch angelegte Speicher aus Kies, Schotter oder Kunststoff-Speicherelementen, sammeln Wasser, das zum Beispiel über die Dachrinnen dorthin geleitet wird.
Versickerungsmulde anlegen
Im Garten legen Sie durch Aushub einen um etwa 30 Zentimeter tiefer liegenden Bereich an, der Regenwasser kurzfristig aufnehmen kann und es langsam an den Boden abgibt. Durch schmale Abflussrinnen können Sie das Regenwasser gezielt dorthin lenken.
Hofflächen entkoppeln
Wenn Hof- und Einfahrtsflächen an die Kanalisation angeschlossen sind, fließt Regenwasser in überlastete Systeme. Eine Entkopplung durch Sickerflächen oder Rinnen reduziert die Belastung.
Notwasserwege einplanen
Notwasserwege über Hof oder Garten leiten überschüssiges Wasser gezielt vom Gebäude weg und verhindern, dass es ins Haus eindringt.
Vorsicht Hagel
Hagel kann Photovoltaikanlagen beschädigen. Besseren Schutz bieten Dachneigungen von mehr als 45 Grad und Module der Hagelwiderstandsklassen (HWK) 3-5, die Körnern von 3 bis 5 Zentimeter Durchmesser standhalten. Versicherungen schreiben oft eine HWK von 3 vor.
Vorsicht Erdrutsch
Tief wurzelnde Pflanzen reduzieren bei Hanglagen die Gefahr von Erdrutschen. Bei starkem Gefälle hilft eine Kombination aus technischer Hangsicherung (Stützmauern, Erdnägel) und Ableitung von Oberflächenwasser in Sickermulden. Bei einer unterirdischen Drainage werden Rohre in Kies oder Vlies eingebettet, durch die Wasser aus dem Hang abfließen kann.
Drinnen – Maßnahmen am Gebäude
Rückstauklappen
Verhindern im Abwassersystem, dass bei Starkregen Abwasser aus dem Kanal ins Haus zurückläuft. Typische Einbauorte sind:
- im Hausanschlusskanal im Keller, also in der Leitung zum öffentlichen Kanal
- im Ablauf von Kellerräumen
- in separaten Abwasserleitungen, etwa von Waschmaschinen.
Entscheidend ist, dass die Klappe unterhalb der Rückstauebene sitzt.
Druckwasserdichte Fenster
Spezielle Kellerfenster aus Verbundsicherheits- oder Acrylglas halten eindringendes Wasser zurück, wenn es sich vor dem Gebäude staut. Tipp: Fenster lassen sich mit Acryl Vorsatzscheiben nachrüsten, die von außen vor das Fenster montiert werden.
Magnetschotts
Für Keller- und tiefer liegende Garagentüren sind Magnetschotts eine wirksame Lösung. Bei diesem System wird bei drohender Überflutung eine Schutzplatte – meist aus Aluminium – durch Magnete fest an einen installierten Rahmen gezogen.
Abdichtung
Ungeschützte Lichtschächte und undichte Kelleraußenwände sind häufige Eintrittsstellen für Wasser. Abdeckungen, erhöhte Ränder und eine fachgerechte Abdichtung der Wände schützen den Keller besser vor eindringendem Regenwasser.
Das hilft bei Dürre
Wenn Mensch und Natur ins Schwitzen kommen
Lange Hitzeperioden und Trockenheit setzen Mensch und Natur zu. Während eine gute Wärmedämmung im Sommer auch die Hitze aus dem Haus fernhält und Jalousien und Co. zusätzlich schützen, ist der Schutz der Außenflächen eine komplexere Aufgabe.
Tipp 1: Standortgerechte Begrünung
Setzen Sie möglichst auf hitzetolerante und heimische Pflanzen. Diese kommen mit Trockenperioden besser zurecht. Als Gehölze empfehlen sich zum Beispiel robuste Hecken und Sträucher wie die Hainbuche, Feuerdorn, Feldahorn oder die Kornelkirsche. Sie vertragen Sonne und halten auch Trockenheit gut aus. Dasselbe gilt für Staudenpflanzen wie die Fetthenne und Lavendel sowie hochwachsende Königskerze.
Tipp 2: Der richtige Bodenbelag
Gepflasterte oder asphaltierte Bereiche heizen sich im Sommer sehr stark auf. Weitaus besser sind daher Kies- oder begrünte Flächen. Für Rasenflächen eignet sich sogenannter Trocken- oder Sonnenrasen gut, dessen Wurzeln tiefer in den Boden reichen. Wo feste Beläge nötig sind, helfen helle Materialien: Sie reflektieren mehr Sonnenlicht und reduzieren die Aufheizung. Weniger Versiegelung verbessert zudem das Bodenleben.
Tipp 3: Regenwasser sammeln
Regenwasser ist eine kostenlose Ressource für den Garten. Mit Regentonnen oder unterirdischen Zisternen lässt sich das Wasser sammeln und später zur Bewässerung verwenden. Das spart nicht nur Trinkwasser, sondern entlastet auch die Kanalisation bei Starkregen. Wer noch weitergehen möchte, kann auch das sogenannte Grauwasser aus Haushalt und Bad aufbereiten und anschließend im Garten einsetzen.
Tipp 4: Bäume als Schattenspender
Wichtig für den Hitzeschutz ist auch die Platzierung von Bäumen auf dem Grundstück: Richtig gesetzte Schattenbäume kühlen Terrassen und Wege sowie die Hausfassade. Sie verbessern außerdem das Mikroklima und machen dadurch den Aufenthalt im Garten auch an heißen Sommertagen deutlich angenehmer. Als gute Beispiele für Schattenspender im heimischen Garten gelten Kugelahorn und Trompetenbaum.
Tipp 5: Sonnensegel und Schattiernetze
Sonnensegel erlauben es, größere Flächen im Garten zu beschatten und Menschen und Pflanzen gegen zu viel Sonnenlicht zu schützen. Einen punktuellen und flexibel einsetzbaren Schutz bieten Schattiernetze, die an Gestellen befestigt werden und sich gut für die Beschattung von Gewächshäusern oder Gemüsebeeten eignen. Achtung: Je nach Größe und Ausführung müssen sie bei starkem Wind abgebaut werden.
Zusatztipp: Wasser kühlt
Ein Teich oder Pool kann an heißen Tagen als eine Art natürliche Klimaanlage wirken, indem die aufsteigende Verdunstungskühle in der direkten Umgebung die Temperaturen verringert. Gesammeltes Regenwasser und regelmäßige Pflege und Wartung können den Wasserverbrauch senken.
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