Der Buntspecht (lat.: Dendrocopos major, übersetzt „großer Baumhämmerer“) wird seinem Namen mehr als gerecht. Normalerweise bewohnt der Zimmermann des Waldes, wie der Vogel auch genannt wird, leere Baumhöhlen im Wald. Zunehmend erobert er aber auch städtische Lebensräume.
Leider klingen gedämmte Fassaden, sogenannte Wärmedämmverbundsysteme, wie hohle Baumstämme und erweisen sich für den Specht als idealer Brutplatz. Meist versucht er sein Glück an den unzugänglichen oberen Gebäudeecken. Obwohl der Bestand nicht gefährdet ist, stehen Spechte und ihre Bruthöhlen unter Schutz. Das heißt: Hat er es sich erst einmal gemütlich gemacht, kann man ihn nicht einfach verjagen und die Löcher schließen. Während der Nist- und Brutzeit von März bis Oktober heißt es deshalb erst einmal abwarten.
Sobald aber der Vogel die Bruthöhle verlassen hat, kann das Loch in der Fassade geschlossen werden. Um zu verhindern, dass der Specht erneut einzieht, können Lichtreflexe, etwa von CDs oder Alustreifen, helfen. Auch durch Geräusche und Vogelattrappen fühlt er sich gestört. Eine Fassadenbegrünung kann das Aufhacken verhindern, weil der Specht sich daran schlechter festhalten kann.
Unterschätzen Sie allerdings nicht seine Anpassungsfähigkeit: Nur wenn er ständig durch wechselnde Abwehrmaßnahmen gestört wird, sucht er sich langfristig ein neues Zuhause. Leider sind Schäden durch eine Spechtbesiedlung in vielen Fällen von der Gebäudeversicherung ausgeschlossen: Da der Schaden meist durch langes Picken entsteht, gilt dies rechtlich als Allmählichkeitsschaden.
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